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Flaggenstreit mit Japan : Südkorea fordert Verzicht auf „aufgehende Sonne“

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Objekt des Ärgers: Die „Flagge der aufgehenden Sonne“ ist für Südkoreaner eine Provokation. Bild: dpa

Im schwierigen Verhältnis zwischen Südkorea und Japan geht es immer wieder auch um kleine Gesten: Südkorea stört sich nun an der „Flagge der aufgehenden Sonne“, die in Südkorea als Symbol für die der japanischen Besatzung gilt.

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          Südkorea will über das Internationale Olympische Komitee (IOC) das Hissen der umstrittenen japanischen „Flagge der aufgehenden Sonne“ bei den Olympischen Spielen in Tokio verhindern. Die Flagge, die das Abbild einer von Strahlen umgebenen roten Sonne zeigt, gilt vielen Koreanern als Symbol des militaristischen Japans und dessen Kolonialisierung der koreanischen Halbinsel von 1910 bis 1945. In einem Brief an IOC-Präsident Thomas Bach habe man verlangt, dass das Zeigen der Flagge an den Sportstätten der Spiele im nächsten Jahr verboten werde, teilte das südkoreanische Sportministerium am Mittwoch mit.

          Die Behörde äußerte demnach „Enttäuschung und die Sorge“ über die Position des japanischen Organisationskomitees, die Flagge während der Wettbewerbe zeigen zu wollen. Die Flagge wird seit 1954 von der japanischen Marine eingesetzt und an nationalen Feiertagen oder bei Sportveranstaltungen gehisst.

          Die Flagge sei nicht nur ein Symbol des japanischen Imperialismus, sondern werde durch rechte Organisationen in fremdenfeindlicher Absicht gebraucht, hieß es. Sie rufe in Südkorea und anderen asiatischen Ländern „historische Wunden und Schmerz hervor, so wie das Hakenkreuz Nazi-Deutschlands die Europäer an den Alptraum des Zweiten Weltkriegs“ erinnere. Der Fußball-Weltverband Fifa habe die Nutzung der Flagge bereits untersagt.

          Im vergangenen Herbst hatte Südkorea das Nachbarland aufgefordert, das Hissen der Flagge während einer Flottenparade vor der südkoreanischen Insel Jeju zu unterlassen. Japan verzichtete daraufhin darauf, Kriegsschiffe zur Teilnahme zu schicken. Beide Länder befinden sich derzeit in einem erbitterten Handelsstreit.

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