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Streit um Olympianominierung : Seglerinnen ziehen vor Gericht

  • -Aktualisiert am

In Gottes Hand? Beucke (l.) und Lutz hoffen auf die Richter des Hamburger Landgerichts Bild: picture alliance / dpa

Erst auf See, jetzt vor Gericht: Der Streit um die Olympianominierung der 470er-Jollenseglerinnen geht in die nächste Instanz. Die ausgebooteten Tina Lutz und Susann Beucke wollen juristische Schritte einleiten.

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          Die 470er-Jollenseglerinnen Tina Lutz und Susann Beucke wollen vor einem ordentlichen Gericht ihre Olympiachance erstreiten. Laut deren Anwalt Michael Lehner soll vor dem Landgericht Hamburg eine Einstweilige Verfügung gegen die Entscheidung des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) erwirkt werden, die Konkurrentinnen Kathrin Kadelbach und Friederike Belcher in der Nominierung für London vorzuziehen.

          Während sich damit der Streit zwischen den beiden Frauen-Crews nochmals zuspitzt, gerät auch der Verband unter Druck. „Wir hätten lieber eine gütliche Einigung gehabt, aber der DSV wollte die gerichtliche Auseinandersetzung und trägt jetzt dafür auch die Verantwortung“, sagte Lehner. DSV-Präsident Rolf Bähr sagte auf Anfrage: „Ich sehe keine Chance, diese Entscheidung, die von allen unseren Instanzen getragen wird, anzufechten.“

          Bei der Segel-WM vor Perth, wo es im Dezember in der internen Olympiaausscheidung der Deutschen um die letzten Punkte gegangen war, hatte sich das ältere und erfahrenere Team Kadelbach/Belcher darauf verlegt, die Rivalinnen gezielt zu blockieren und den eigenen Vorsprung damit hauchdünn zu verteidigen. Lutz/Beucke sehen die Behinderungstaktik als regelwidrig an und den Geist des Qualifikationsverfahrens ad absurdum geführt. Die beiden Nachwuchsseglerinnen, die sich derzeit zum Training auf Mallorca aufhalten, beklagen zudem schwerwiegende Fehler bei der DSV-Sportführung.

          Dagegen verweisen Kadelbach/Belcher auf die damalige Entscheidung der Regattaleitung in Perth, die ihre taktische Ausrichtung nach einem Protest der Gegenseite keinesfalls moniert hatte. Eine Entscheidung vor dem Deutschen Sportschiedsgericht war zuletzt von ihnen und auch dem DSV abgelehnt worden. Lutz/Beucke wollen nun entweder ihre Olympiateilnahme direkt durchsetzen oder hilfsweise den am Ende für die Nominierung der Olympiamannschaft zuständigen Deutschen Olympischen Sportbund mit einem Erfolg vor Gericht dazu bringen, dass dieser vor London nochmals ein sportliches Stechen zwischen den beiden Crews um die Teilnahme verlangt.

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