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Stars, Stripes and Stories : Der heilige David - ein Exot im Basketball-Zirkus der NBA

  • -Aktualisiert am

Sozial engagiert: David Robinson Bild: dpa-Sportreport

Man spricht in der NBA ständig über Allen Iverson oder Michael Jordan. David Robinson steht selten im Vordergrund, obwohl der Routinier einer der Top-Stars der Liga ist.

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          Für die Schlagzeilen sorgen andere. Ebenso für die großen Sprüche. Die sind nicht nach dem Geschmack von David Robinson. Der Center der San Antonio Spurs hält sich viel lieber im Hintergrund. Doch wenn der Modellathlet einmal das Wort ergreift, lohnt es sich, ihm zuzuhören. "Es ist ein Witz, welche Summen in unserem Beruf bezahlt werden", hat dieser Robinson beispielsweise einmal gesagt. Der Oldie bezieht damit auch seine Jahresgage von zehn Millionen Dollar mit ein.

          David Robinson ist ein Star. Ein besonderer Star. "Ich spiele nicht für die Fans oder das Geld, sondern zu Ehren Gottes", sagt der 2,16 Meter lange Basketball-Riese: "Das ist meine Motivation. Und daher versuche ich, jede Nacht groß aufzutrumpfen." Robinson ist ein bekennender Christ. Und den Tag, der sein Leben so stark veränderte, wird er nie vergessen. Der NBA-Profi spricht vom 8. Juni 1991 als seinem "zweiten Geburtstag". Es war der Tag, an dem das Dream Team-Mitglied getauft und die Bibel zu seinem persönlichen Regelbuch wurde.

          "Saint David" - der heilige David

          Das amerikanische Magazin "Sports Illustrated" widmete ihm eine Titelgeschichte mit der Überschrift "Saint David" - der heilige David. Es ist ein Titel, den er aber nicht deshalb erhielt, weil er nicht raucht und nicht trinkt. Robinson widersetzt sich allen Verlockungen des NBA-Ruhms und prangert Mißstände an. Er fragt sich manchmal: "Wie kann es sein, dass sich Auswechselspieler darüber beklagen, nur fürs Banksitzen 250 000 Dollar in der Saison zu bekommen?" Für ihn ein Ding der Unmöglichkeit. Schließlich gibt es in den USA genug Menschen auf der Schattenseite des Lebens.

          Für die sozial Schwachen hat der Riese Robinson sein Herz entdeckt. Der 36-Jährige gründete die David Robinson-Stiftung, die bisher mehr als drei Millionen Dollar für wohltätige Zwecke sowie bedürftige Kinder gespendet hat. Zudem brachten Robinson und seine Frau Valerie fünf Millionen Dollar auf, die das Fundament einer Privatschule in San Antonio bilden. Der Basketballer mit dem Spitznamen "Der Admiral" - Robinson diente zwei Jahre in der Navy und spielte beim gleichnamigen College-Team - adoptierte auch 94 Schüler der San Antonio Gates Elementary School, um sie beim späteren Studium mit Stipendien zu unterstützen.

          Lieber bei der Familie, als in der Werbung

          Doch nicht nur deshalb ist Robinson im Kreis der Stars vom Kaliber eines Michael Jordan (Washington Wizards) oder Shaquille O'Neal (Los Angeles Lakers) eine Ausnahme. "Er ist der einzige Spieler", verriet sein Ex-Coach Bob Hill, "dem ich geraten habe, mehr Werbeverträge einzugehen. Ich habe ihm gesagt: David, Du bist das Vorbild, das die Liga braucht. Du solltest überall zu sehen sein. Doch er antwortete mir nur, dass er lieber bei seiner Familie sei, als Werbefilme zu drehen."

          Vor einigen Jahren hatte der Center seinen größten Auftritt außerhalb des Basketball-Courts. Als Gast der Sesamstraße. Dabei könnte der All-Star seine Leistungen bestens vermarkten und vor allem das zweimalige Gold mit dem amerikanischen Dream Team (1992 in Barcelona und 1996 in Atlanta) in bare Münze verwandeln. Doch das scheint Robinson offenbar nicht mit seinem Gewissen vereinbaren zu können. Gemeinsam mit Teamkamerad Tim Duncan warb der eloquente Basketballer einmal für Rasiercreme. Doch die TV-Spots sind vom Bildschirm verschwunden und Robinson scheint froh darüber zu sein.

          Sein starker Glaube half ihm über den Berg

          Werbung ist nicht nach seinem Geschmack. Viel lieber philosophiert er über Gott. Als Robinson wegen chronischer Rückenprobleme die vergangenen Jahre immer wieder Zwangspausen einlegen musste, half ihm stets sein starker Glaube wieder über den Berg. Der Durchhaltewillen machte sich für Robinson bezahlt. 1999 wurde er mit den San Antonio Spurs erstmals in seiner Karriere Meister und in dieser Saison verfügt das Team vor den Feiertagen mit 20 Siegen und nur vier Niederlagen über die beste Bilanz in der National Basketball Association (NBA). Der Routinier ist mit durchschnittlich 11,6 Punkten und 8,2 Rebounds am Siegeszug beteiligt. "Es ist schon komisch", meinte Saint David, "ich habe Gott gefunden und seitdem kommt mir alles wie ein magischer Spaziergang vor."

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