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Stars, Stripes and Stories : Das Superhirn hat für die NBA viele Ideen

  • -Aktualisiert am

All-Star game und die NBA steht Kopf? Bild: dpa

David Stern weist den Weg in die Zukunft. Dank des New Yorker Juristen gilt die NBA als profitables Modell eines globalen Sport-Unternehmens.

          5 Min.

          David Stern weiß, wenn Not am Mann ist. Also versammelte der Commissioner der National Basketball Association (NBA) anlässlich des 50. All-Star Games in Washington die wichtigsten Teambesitzer und Spielergewerkschafts-Vertreter um sich, damit die Weichen für das neue Millennium gestellt werden können.

          Stillstand bedeutet für Stern Rückschritt und daher tüftelt der 58-Jährige ständig an neuen Projekten. „Ich spreche nicht über unsere bisherigen Erfolge sondern darüber, was wir noch nicht getan haben", erklärt Stern seine Philosophie, „das gibt mir meinen Antrieb.“ Warum soll das Superhirn auch viel Worte über die Vergangenheit verlieren.

          Ein profitables Sport-Unternehmen

          Schließlich weiß mittlerweile doch jeder, dass er aus der NBA eines der profitabelsten Sport-Unternehmen der Welt machte. Seine Liga gilt als Modell für eine perfekt funktionierende, globale Sport-Maschinerie. Basketball, Entertainment und Business sind zu einer Einheit verschmolzen.

          Der Begriff "american dream" ist längst überstrapaziert, doch auf Stern trifft er nun einmal zu. Der Sohn eines Feinkost-Händlers aus Brooklyn war der richtige Mann zur rechten Zeit. Als die NBA am Boden lag und Pleitegerüchte die Runde machten, übernahm der New Yorker Jurist 1984 als Commissioner das Kommando und führte die Liga zu den Sternen. Dank der "Management-Lichtgestalt" (Sports Illustrated) haben sich die Einnahmen der NBA verfünffacht, wurden sechs neue Teams gegründet, die TV-Übertragungen drastisch ausgeweitet sowie der Siegeszug um den Globus angetreten.

          Weltweiter Bekanntheitsgrad

          Von Detroit bis Düsseldorf, Boston bis Bali - Stars wie den einstigen Überflieger Michael Jordan (Chicago Bulls) oder Shaquille O'Neal (Los Angeles Lakers) kennt heute nicht nur jedes Kind. Dies ist ein Verdienst des kleingewachsenen Mannes mit dem großen Lächeln. Er weiß, wie man Geld auftreibt und sprudelt immer neue Ideen hervor. Wie die der Einführung einer professionellen Frauenliga (WNBA), die seit 1997 überaus erfolgreich arbeitet.

          “Ich bin ein leidenschaftlicher Geschäftsmann", erklärt Stern, "und ich sehe Visionen als Puzzle mit Problemen an. Mir macht es Spass, Lösungswege zu finden. Natürlich braucht man dabei auch etwas Glück." Das hat bekanntlich nur der Tüchtige. Und der Workaholic kümmert sich nahezu rund um die Uhr um sein Meisterwerk. Seine Mitarbeiter erschrecken oft, wenn sie ihren Chef am gleichen Tag im Fernsehen in zwei verschiedenen Arenen entdecken.

          Immer auf dem laufenden

          Stern will den Kontakt zu den 29 Teams und ihren Fans nicht verlieren und immer auf dem laufenden sein. So entwickelt "der Sportfunktionär des Jahres 1989" ein Gefühl für den Zeitgeist, dem er sein Ballsportprodukt anpasst. „Stern ist mehr als ein Geschäftsmann und Visionist", lobt Dallas Mavericks Besitzer Mark Cuban, „er ist ein kompletter Manager mit einem Sinn für Humor."

          Und einem für Gerechtigkeit. Als vor der laufenden Saison ans Licht kam, dass die Minnesota Timberwolves durch ein heimliches Vertragswerk mit dem Spieler Joe Smith die salary cap-Regel (Gehaltsobergrenze pro Team) verletzt hatten, sah Stern rot. Der Commissioner bestrafte die Franchise „im Stil des alten Testaments" (Los Angeles Times). Viel härter als die 3,5 Millionen Dollar Geldstrafe traf den Verein jedoch der Verlust der nächsten fünf Erstrundenzugriffe bei der alljährlichen Draft.

          Und dies ist so etwas wie ein Todesurteil. Das sogenannte „salary cap“ ist Stern aber nun einmal heilig. Schließlich opferte der Basketball-König vor zwei Jahren durch die Aussperrung der Spieler eine halbe Saison, um die steigenden Kosten aufgrund astronomischer Gehälter in den Griff zu bekommen und die Balance im Wettbewerb sicherzustellen. Anders als im Baseball (MLB) und Eishockey (NHL) können in der NBA auch kleinere Märkte oben mitmischen und wie San Antonio 1999 sogar Meister werden.

          Einschaltquoten rückläufig

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