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Sportverletzungen : 'Warm up' mindert das Risiko

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Gesünder und lustiger: Warmmachen vor der Belastung Bild: dpa

Nachlässigkeit bei Vorbereitung und Ausrüstung führen oft zu schmerzhaften Konsequenzen beim Sport.

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          Rudolf Scharping wirkte damals noch ein wenig angeschlagen bei seinen Fernsehauftritten. Wenige Wochen zuvor hatte er eine Gehirnerschütterung durch einen Fahrradunfall erlitten, er war ohne Helm gefahren.

          Das ereignete sich im Jahr 1996. Wie der ungeschickte Verteidigungsminister verunfallten in jenem Jahr mehr als 1,2 Millionen Menschen in Deutschland beim Sport. Mit etwa einem Drittel aller Verletzten führt Fußball die Statistiken an, gefolgt von Skilaufen, Handball und Tennis.

          Überlastungen als Ursachen

          Doch auch ohne äußere Einwirkungen wie Stürze oder Zusammenstöße entstehen durch das Sporttreiben mitunter chronische Sportverletzungen: Überlastungen sind die Ursachen. Dabei gehen meist ungelenke Bewegungen oder eine falsche Beanspruchung der Muskulatur voraus.

          Sportwissenschaftler und Mediziner raten daher schon lange, Muskeln, Sehnen und Kreislauf auf die bevorstehende Hochleistung des eigenen Körpers vorzubereiten. „Bei gegebener Belastung reagiert das Herz-Kreislauf-System moderater und der Bewegungsapparat ist weniger anfällig für Störungen und Verletzungen“, bestätigt Dr. Klaus Völker, Professor für Sportmedizin an der Universität Münster.

          Druck auf Bänder mindern

          Sich mit Helmen und Protektoren gegen Verletzungen zu schützen, sollte selbstverständlich sein. Doch gerade Jugendliche finden dies uncool, zeigt die Statistik. Inline-Skater, meist Kinder und Jugendliche, tragen ein besonders hohes Risiko. Eine Studie der Uni Münster ergab, dass sich von 1036 befragten Inline-Skatern 60 Prozent verletzten, 37 Prozent von ihnen benötigten ärztliche Versorgung. Skater könnten komplizierte Brüche der Hand vermeiden, wenn sie Gelenkschützer anlegen würden.

          Sportbandagen schützen ebenfalls vor Verletzungen und vor Schmerzen. Da sie aus wärmenden Materialien bestehen, erhöhen sie die Temperatur der Haut und der Muskeln. Das Verletzungsrisiko sinkt dadurch. Verstärkte Bandagen am Kniegelenk entlasten dieses und geben sicheren Halt. Außerdem mindern Silikonplatten in Bandagen für Sprunggelenke den Druck auf Knöchel und Bänder.

          „Warm-Up“ und „Cool-Down“ gehören dazu

          Nicht nur diese Hilfsmittel reduzieren das Verletzungsrisiko, auch aktive Maßnahmen vor und nach dem eigentlichen Sporttreiben gehören dazu. Aus Zeitnot vernachlässigen aber viele das „Warm-Up“ oder das „Cool-Down“. Ein Fehler. Zerrungen oder Muskelkater folgen als Konsequenzen.

          Die Durchblutung der Muskeln und der Energiestoffwechsel müssen vor der körperlichen Belastung erst auf Touren gebracht werden. Durch das Aufwärmen steigt die Körpertemperatur, dadurch erhöhen sich die Geschmeidigkeit und das Zusammenspiel von Muskeln, Sehnen und Bändern. Nach und nach erhöht sich die Beweglichkeit und der Körper erreicht dann seine volle Leistungsfähigkeit.

          Wer Muskelkater hat, macht was falsch

          „Muskelkater ist ein Indiz dafür, dass man im Training etwas falsch gemacht hat“, urteilt Sportmediziner Professor Dr. Winfried Banzer von der Universität Frankfurt/Main. Sportarten wie Squash belasten durch die extremen Stopp- und Bremsbewegungen die Muskeln stark. So erleiden die Muskelzellen minimalste Verletzungen, die dann einen schmerzhaften Muskelkater verursachen.

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