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Wolfgang Schäuble im Interview : Impfen für Olympia

Im Kreis von Sportlern „führe ich mich wohl“: Seit Jahrzehnten pflegt Wolfgang Schäuble den Kontakt. Bild: AFP

Bundestagspräsident Schäuble erklärt, warum er auf einen pragmatischeren Umgang beim Impfen von Athleten hofft, wie er die Akzeptanz des Hochleistungssports sieht und warum man über eine deutsche Bewerbung für Olympia 2036 diskutieren sollte.

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          Die Diskussion, ob potentielle Olympiateilnehmer von Tokio beim Impfen gegen Corona vorgezogen werden sollten, wird sehr kontrovers geführt. Wofür plädieren Sie?

          Evi Simeoni
          Sportredakteurin.

          Ich habe gelesen, dass der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) im Februar zu diesem Thema eine Umfrage unter den potentiellen Olympiateilnehmern veranlasst hat. Darin befürwortet eine große Mehrheit, es sind fast drei Viertel der betroffenen Sportlerinnen und Sportler, die aktuelle Impfreihenfolge und will im Verhältnis zu den besonders vulnerablen Gruppen nicht bevorzugt werden. Das zeigt aus meiner Sicht das hohe gesellschaftliche Verantwortungsbewusstsein der Spitzensportler. Das sind einfach tolle junge Leute. Umso mehr hoffe ich, dass wir für diese Athleten, was die Verfügbarkeit der Impfstoffe und das Impfen anbetrifft, innerhalb der nächsten Wochen zu einem etwas pragmatischeren Umgang kommen können. Insbesondere wenn die Hausärzte, wozu ich seit langem intern rate, mit dem Impfen beauftragt werden, kann es schneller gehen. Sobald dafür einigermaßen genügend Impfstoff vorhanden ist, stellt sich die Frage der strengen Priorisierung neu, und dann finde ich es in der Tat richtig, dass die potentiellen Olympiakandidaten, wenn sie das möchten, geimpft werden. Es geht für die Sportlerinnen und Sportler ja nicht nur um die Olympischen Spiele selbst, sondern auch um eine gute Vorbereitung, um Trainingslager und Qualifikationswettbewerbe. Allein mit besonders strengen Hygiene- und Abstandsregelungen und den häufigen Tests, mit denen sich jetzt die professionellen Veranstalter einigermaßen über die Runden retten, ist für die Breite der Olympiakandidaten eine optimale Vorbereitung nicht zu leisten. Deshalb sollte man möglichst schnell in eine Situation kommen, in der sie geimpft werden können. Wir sollten unseren Olympiateilnehmern, wenn die Spiele stattfinden, auch faire Wettbewerbschancen geben.

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