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DOSB-Vollversammlung : 100 Prozent Hörmann

„Ich war erstaunt über die Pressemitteilung“

Trotz der Vorsicht musste sich Hörmann in diesen Tagen mit dem Vorwurf auseinandersetzen, er habe es, als er nach monatelangem Schweigen seine Kandidatur für eine zweite Amtszeit ankündigte, mit der Wahrheit nicht allzu genau genommen. Im September ließ er sich in einer Pressemitteilung des DOSB mit der Nachricht zitieren, dass er nach reiflicher Überlegung und vielen ermutigenden Gesprächen – und dem Besuch einer Tagung der Landessportbünde in Oberhaching – bereit sei, weiterhin Verantwortung an der Spitze des DOSB zu übernehmen.

„Das einstimmige Votum der LSB stellt dafür eine sehr wertvolle Ausgangslage dar“, sagte er demnach, „und ich bedanke mich für das beeindruckende Vertrauen.“ Professor Lutz Thieme, der Präsident des LSB Rheinland-Pfalz, hat inzwischen widersprochen: „Ich habe mich aus formalen Gründen weder für noch gegen Herrn Hörmann ausgesprochen, sondern mich gar nicht geäußert“, sagte Thieme dem Sport-Informationsdienst. „Insofern war ich schon erstaunt über die Pressemitteilung des DOSB, die den Eindruck erweckte, es habe bei der Sitzung eine formale Abstimmung und ein einstimmiges Votum gegeben.“ Dem Sitzungsprotokoll habe er nicht zugestimmt.

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Auch zu diesem Widerspruch wollte sich Hörmann in Düsseldorf nicht äußern. Er verwies auf die Landessportbünde, die dort auch zu diesem Thema tagten. „Wir haben das getan, was aus unserem Verständnis die Beschlusslage war“, sagte er. Andreas Silbersack, Präsident des LSB Thüringen, erklärte den Vorgang so: „Elf von zwölf anwesenden Präsidenten haben das Wort ergriffen und sich aktiv hinter eine Kandidatur von Herrn Hörmann gestellt. Daraus ist das einstimmige Votum entstanden, das zur bekannten Presseveröffentlichung geführt hat.“ Das Protokoll wurde am Freitag korrigiert. Die Pressemitteilung bis zum Abend nicht. Möglicherweise muss am Samstag neben anderen auch ein interessanter Plan mit dem früheren Innenminister Thomas de Maizière geändert werden. Als Minister hatte der CDU-Politiker und ausgewiesene Sportfreund wie -experte mit der Forderung nach einem Drittel mehr Medaillen die Reformbemühungen des Spitzensports angestoßen.

Nun will er als Persönliches Mitglied des DOSB aufgenommen werden. Zugleich strebt der Jurist, vorbehaltlich der Zustimmung der Bundesregierung, die Karenzzeit für den Übergang aus einem Regierungsamt in eine neue Beschäftigung auszusetzen, den Vorsitz der Ethik-Kommission im DOSB an. Beides aber würde auf einen veritablen Interessenkonflikt hinauslaufen, weil der Ethik-Vorsitzende unter Umständen gegen ein Mitglied aus der Gruppe der Persönlichen Mitglieder ermitteln müsste. Wie zu hören ist, hält der langjährige Innenminister an seinen Absichten fest. Er will seine Mitgliedschaft im DOSB ruhenlassen, sobald er die Ethik-Kommission führt.

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