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Konzepte der Verbände : Wie Vereinssport in Corona-Zeiten möglich wäre

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Das Maßband ist beim Petanque immer dabei: Derzeit kommt es allerdings weniger auf den Abstand der Kugeln an. Bild: dpa

Die Sportminister fordern Lockerungen für den organisierten Sport. Die Fachverbände haben sich derweil vorbereitet. Für nahezu jede Sportart gibt es auf Corona angepasste Konzepte – teils auch kurios anmutende. Ein Überblick.

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          Nur eigene Golf- oder Tischtennisbälle nutzen, keine Seitenwechsel, keine Doppel oder allein im Einer-Boot rudern und Kanu fahren: Die 66 olympischen und nicht-olympischen Spitzenverbände haben Hausaufgaben gemacht und Konzepte mit Übergangsregeln für ihre Sportarten für einen Neustart entwickelt. Grundlage dafür sind für alle Fachverbände die zehn Leitplanken des Deutschen Olympischen Sportbundes, die Abstands-, Kontakt- und Hygieneregeln ebenso enthalten wie die Empfehlung, Klubheime und Umkleiden nicht zu nutzen. Ziel ist die Wiederaufnahme des vereinsbasierten Sporttreibens nach Ende der Einschränkungen durch die Corona-Krise. Die Ministerpräsidenten der Länder beraten am Donnerstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auch über Lockerungen.

          Eine Auswahl der Übergangsregeln

          Deutscher Badminton-Verband: Es sollen immer dieselben Spieler miteinander trainieren. Es gibt keinen Seitenwechsel, jeder bleibt auf „seiner“ Spielfeldhälfte. Zwischen zwei Trainingsgruppen wird jeweils eine 10-minütige Pause eingeplant, um einen kontaktlosen Wechsel zu ermöglichen. Bei wenig Wind kann unter Einhaltung der Sicherheitsabstände im Freien eingeschränkt 1:1 gespielt werden.

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          Deutscher Boccia Boule Petanque Verband: Jede Spielerin hat eine eigene Zielkugel. Unabhängig davon, wer die Zielkugel für die folgende Aufnahme wirft, darf hierfür immer nur diese eigene Zielkugel nutzen. Die Kugel eines Mitspielers zu berühren, ist untersagt. Bevorzugte Spielvarianten sind Tête à Tête (1:1) oder Doublette (2:2). Auf das Triplette (3:3) ist derzeit zu verzichten.

          Deutscher Eishockey-Bund: Training ist nur in Kleingruppen mit bis zu fünf Spielern möglich – maximal dürfen zehn Personen auf einer geteilten Eisfläche sein. Zweikämpfe und Kleinfeldspiele sind ebenso wie Körperkontakt jeder Art untersagt. Beim Training sollten möglichst wiederverwendbare, regelmäßig gewaschene Masken getragen werden.

          Deutsche Eislaufunion: Körperkontakte müssen unterbleiben. Dies betrifft auch das Paarlaufen, Eistanzen und Synchroneiskunstlaufen, so dass nur individuelle Übungen möglich sind. Trainer müssen außerhalb der Eisfläche bleiben.

          Deutscher Fechter-Bund: Das Training soll in Kleinstgruppen mit zwei Fechtern und einem Trainer begonnen. Stufenweise werden die Gruppen erweitert. Erlaubt sind Einzellektionen mit Techniktraining (keine Wettkampflektionen) zwischen Trainer und Athlet. Der Einsatz eines Mund- und Nasenschutzes unter der Fechtmaske wird geprüft.

          Viel Platz und im Freien: Golf ist prädestiniert als Sport in Zeiten von Corona.
          Viel Platz und im Freien: Golf ist prädestiniert als Sport in Zeiten von Corona. : Bild: AP

          Deutscher Golfverband: Grundsätzlich sind nur die eigenen Schläger und Golfbälle zu nutzen und zu berühren. Gefundene Bälle von anderen Spielern sind nicht aufzunehmen. Gleiches gilt für Tees. Die Lochfahnen auf dem Putting Grün sollten entfernt werden. Überdacht werden soll auch, ob Verleihtrolleys zur Verfügung gestellt werden.

          Deutscher Kanu-Verband: Das Training und Ausfahren im Einer ist gestattet, nicht erlaubt ist es in Mannschaftsbooten. Im Zweier zu trainieren, ist nur in Ausnahmefällen möglich, wenn beide Partner aus einer Selbstquarantäne kommen oder in einem Hausstand leben sowie kein Kontakt zu mit Covid-19 infizierten Personen besteht.

          Deutscher Rasenkraftsport- und Tauziehverband: Tauziehen ist ein Mannschaftssport, der zumindest von acht Ziehern im Freien ausgeübt wird. Da Händedesinfektion während des Seiltrainings nicht möglich ist, muss darauf geachtet werden, sich nicht ins Gesicht zu fassen. Nach dem Seiltraining sind die Hände und das Tau zu reinigen und zu desinfizieren.

          Deutsche Reiterliche Vereinigung: Angeraten wird die Begrenzung der Anwesenheit auf Pferdesportanlagen sowie die Dokumentation, wer sich dort aufgehalten hat. Begrenzt werden soll die Anzahl der Pferde und Menschen, die in einer Reithalle/-Platz trainieren sowie die der Pferde, die im Stalltrakt gepflegt werden.

          Schutzmaske und Degenlänge Abstand: Auch Fechten muss sich modifizieren.
          Schutzmaske und Degenlänge Abstand: Auch Fechten muss sich modifizieren. : Bild: dpa

          Deutscher Rugbyverband: Rugby ist eine Kollisionssportart, die vom Kontakt- und Zweikampfverhalten lebt. Dies erschwert die Planung der Rückkehr in den Spielbetrieb. Auch kontaktarme Varianten wie Touch- oder Flag-Rugby werden nicht empfohlen. Individuelle Workouts hat der DRV auf dem Youtube-Kanal „RugbyDeutschland“ bereitstellt. Dieses Remote-Training soll die Mitglieder „bei Laune halten“.

          Deutscher Skiverband: Außerhalb der Wintersaison können die Skivereine „idealerweise“ auf die Verlegung durch Training auf Freiflächen auf die Einschränkungen reagieren. Zum Beispiel mit einem Koordinationsparcours im Wald mit Baumstämmen, Steinen und Wurzeln. Das Abstandhalten ist auch bei einem Mobilitätstraining auf Wiesen problemlos möglich.

          Deutscher Tischtennisbund: Die Spieler dürfen nur eigene Schläger und farblich unterscheidbare Bälle nutzen. Zwischen zwei Tischbelegungen muss eine zehnminütige Pause eingeplant werden, um einen kontaktlosen Wechsel zu ermöglichen. Schläger, Bälle und Tisch müssen nach Spielen desinfiziert werden. Seitenwechsel gibt es nicht. Doppel werden nicht gespielt. Training am Ball-Roboter fällt aus.

          Deutscher Volleyballverband: Volleyball ist ein kontaktloser Sport. Der Mindestabstand von zwei Metern ist im Training, aber nicht im Wettkampf einhaltbar. Beachvolleyball ist aktuell eine Alternative zu Mannschaftskämpfen mit zehn bis 14 Spielern. Als Sonderbedingung beim Beachvolleyball wird empfohlen, keine Aufschläge/Angriffe in die Mitte zu machen, um direkten Kontakt zu vermeiden.

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