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Sporthilfe in Corona-Krise : Vorschuss für den Verein

  • -Aktualisiert am

Und es gibt immer einen, der hilft: Das macht das Leben in Sportvereinen so einzigartig und wertvoll. Bild: Picture-Alliance

Ein paar Monate Balkon-Sport, elend einsames Joggen im Park, Ball hochhalten im Flur? Das geht schon. Aber es hat nichts mehr von dem, was Mitglieder in den Verein zieht. Wir sollten nun alle anständig und klug handeln!

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          Seien wir Sportvereinsmitglieder ehrlich: Zweimal in der Woche geht’s zum Klub, kicken, werfen, turnen, Meisterschaft oder Seniorenrunde, Leistungssport oder Entspannungskurs, nichts, was es nicht gibt im deutschen Sportverein. Es stimmt, in der jüngeren Vergangenheit war schon mal die Dusche kalt oder der Syphon verstopft. Die Hallenreinigung kommt nicht mehr so oft. Aber ist deshalb die liebe Gewohnheit in Gefahr geraten? Nein.

          Es gibt immer Licht, eine warme Halle, es gibt sogar einen Trainer, der sich für ein paar Euro fünfzig hinstellt und versucht, was unmöglich ist. Auch die Schiedsrichter werden bezahlt. Zum Saisonauftakt kommt ein Jahresheft, in dem wir uns bewundern, oder ein Text in der lokalen Zeitung über angebliche Heldentaten. Wir nehmen das alles wie selbstverständlich hin. Wir haben ja bezahlt. 110 Euro im Jahr oder vielleicht 130.

          Jahrzehntelang ist das gutgegangen. Weil im Hintergrund immer ein paar da waren, die auf- und abschlossen, die sich durch die zunehmende Bürokratie quälten in ihrer Freizeit, Bälle bestellten, Übungsleiter akquirierten, Spielpläne abstimmten, spärlich besuchte Mitgliederversammlungen leiteten. Wenn sie Glück hatten, wurden die Mitgliedsbeiträge pünktlich überwiesen. Aber zum Training und Spiel musste alles perfekt sein.

          Damit ist es vorbei. Erst mal für ein paar Wochen. Es könnte dauern: Ein paar Monate Balkon-Sport, elend einsames Joggen im Park, Ball hochhalten im Flur? Das geht schon. Aber es hat nichts mehr von dem, was Vereinsmitglieder in den Verein zieht. Diese ins Unterbewusstsein gesunkene Lust auf Sport in der Gemeinschaft namens Team oder in einer schönen Gegnerschaft auf dem Platz. Das geht nur miteinander. So hat das Rolf Müller, der Präsident des Hessischen Landessportbundes, gemeint, als er in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung von der Solidarität sprach, die der Sport jetzt dringend brauche.

          Es geht ihm dabei nicht um die Generosität der Millionäre in kurzen Hosen. Es geht ihm um uns. Um das, was die Kreisligafraktion leisten kann, damit möglichst viel von dem, was vor Corona die Lebenskultur in Hessen bereicherte, auch nach dem Ende der Epidemie noch existiert. Es wäre schon was, trotz des „Leistungsausfalls“ dem kleinen Sportverein nicht zu kündigen oder Mitgliedsbeiträge zurückzuverlangen. Solidarisch wäre das noch nicht, aber anständig – und klug.

          Anno Hecker
          (ahe.), Sport

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