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Diskriminierung im Fußball : Bunte Flagge zeigen

„Es gibt keinen Grund, ängstlich zu sein“: DFB-Botschafter Thomas Hitzlsperger. Bild: dpa

Thomas Hitzlsperger wirbt für eine Vielfalt im Fußball, die sich nicht im Kampf gegen Homophobie erschöpft. Auch Transsexualität ist ein Thema. Doch der Weg zu mehr Akzeptanz ist lang – und noch lange nicht zu Ende.

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          Über den VfB Stuttgart gäbe es derzeit schon auch einiges zu besprechen. Aber das möchte Thomas Hitzlsperger lieber vermeiden. „Fragen Sie mich dazu jetzt nicht...“, sagt er, ganz und gar nicht unfreundlich, aber doch so, dass man versteht: er will wirklich nicht. Hitzlsperger ist ja auch in anderer Rolle hier in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), nicht als Präsidiumsmitglied des kriselnden schwäbischen Bundesligaklubs, sondern als Botschafter des DFB für Vielfalt, eine Aufgabe, die der frühere Profi im Juni 2017 übernommen hat. Rund 20 Vertreter aus den Landesverbänden sind am vergangenen Mittwochmorgen Hitzlspergers Einladung nach Frankfurt gefolgt, um sich über ein Thema auszutauschen, das den Fußball bewegt – wenn auch nicht an der Oberfläche, sondern eher im Verborgenen, dann aber so, dass es schwierig und mitunter schmerzhaft ist. Auch wenn diejenigen, die es betrifft, eigentlich nur eines wollen: Fußball spielen, ganz normal.

          Um Homophobie im Fußball soll es also gehen, und da ist Hitzlsperger so etwas wie der perfekte Gastgeber und Gewährsmann – als derjenige, der sich als erster (ehemaliger) Nationalspieler zu seiner Homosexualität bekannt hat, im Januar 2014 in einem Interview mit der „Zeit“. Aber es wird schnell klar an diesem Morgen, dass das Thema Vielfalt weit über das hinausgeht, auf das es häufig – auch medial – reduziert wird. Dass es viel komplexer ist als „nur“ eine mehr oder minder offen nach außen getragene Schwulen- oder Lesbenfeindlichkeit in einem Kosmos, der stark von Rollenbildern und Stereotypen geprägt ist. Für einen Spruch wie „Bist du schwul oder wat?“, von dem ein Vertreter aus dem Westen gleich zu Beginn des Austauschs berichtet, gibt es relativ klare Antworten, in diesem Fall: fünf Spiele Sperre. Aber für das, was an Einzelfällen aus mehreren Verbänden auf den Tisch kommt, gilt das so nicht.

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