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Ski-Weltmeisterin festgenommen : Sportler in Belarus drangsaliert

In Opposition zum belarussischen Diktator Aleksandr Lukaschenko: Freestylerin Alexandra Romanowskaja Bild: dpa

Freestylerin Alexandra Romanowskaja ist von der Polizei in Gewahrsam genommen worden. Die Weltmeisterin gehört zur Gruppe der oppositionellen Sportler in Belarus.

          1 Min.

          Der belarussische Diktator Aleksandr Lukaschenko geht weiter gegen oppositionelle Sportler in seinem Land vor. Am Mittwochnachmittag wurde Alexandra Romanowskaja, 2019 Weltmeisterin im Freestyle Ski, nach dem Training von der Polizei aufgegriffen und in Gewahrsam genommen. Die Polizei in der belarussischen Hauptstadt Minsk bestätigte nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters die Festnahme und gab an, dass Romanowskaja eine Ordnungswidrigkeit vorgeworfen werde, ohne den Vorwurf zu spezifizieren.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Nach Angaben der Belarusian Sport Solidarity Foundation (BSSF), die die Belange der in Opposition zu Lukaschenko stehenden Sportler vertritt, wurde gegen Alexandra Romanowskaja eine Geldstrafe von mehr als 850 Euro verhängt. Der BSSF zufolge hatte die Olympia-Teilnehmerin von 2018 einen Brief unterzeichnet, in dem mehr als 2000 Sportlerinnen und Sportler, Trainer und Betreuer die Präsidentschaftswahlen vom August 2020 als gefälscht bezeichnet und zu Neuwahlen aufgerufen hatten. Zudem wird die Freilassung aller im Zuge der brutalen Unterdrückung der Opposition festgenommenen belarussischen Bürger gefordert.

          Lukaschenkos Repressionsorgane sind seither gezielt gegen oppositionelle Sportler vorgegangen. Das Internationale Olympische Komitee hatte die Wahl von Lukaschenkos Sohn Wiktor zum Präsidenten des nationalen olympischen Komitees von Belarus anstelle seines Vaters nicht anerkannt, die Lukaschenkos von allen olympischen Aktivitäten ausgeschlossen und die finanzielle Unterstützung des NOK eingestellt.

          Während der Olympischen Sommerspiele in Tokio flüchtete die Leichtathletin Kristina Timanowskaja aus Angst vor der Festnahme nach der Rückkehr nach Belarus in den Gewahrsam der japanischen Polizei und weiter nach Polen, wo sie heute lebt. Zwei Trainern, die Druck auf Timanowskaja ausgeübt hatten, hatte das IOC die Akkreditierung ent­zogen. Gegen die beiden läuft nun ein Verfahren des Internationalen Leichtathletikverbands, weitere Maßnahmen gegen die belarussischen Sportverbände wurden nicht ergriffen. Am Donnerstag teilte das IOC auf Nachfrage mit, zu Berichten über Romanowskajas Festnahme habe man das belarussische NOK um Informationen ersucht.

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