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Werbeverbot für Krankenkassen : Dem Spitzensport drohen hohe Verluste

Werbung einer Krankenkasse auf dem Trikot der deutschen Handballnationalmannschaft Bild: obs

Ein mögliches Werbeverbot für Krankenkassen macht dem deutschen Spitzensport weiter Sorge. Doch eine Entscheidung soll es nicht vor der neuen Bundesregierung geben.

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          Das drohende Werbeverbot für gesetzliche Krankenkassen mittels Trikotsponsoring und Bandenwerbung im Spitzen- und Profisport verunsichert weiter den Sport. Auf eine Kleine Anfrage der FDP-Abgeordneten Reginald Hanke, Britta Dassler und Stephan Thomae sowie ihrer Fraktion antwortet die Bundesregierung, mit dem Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit solle nun der Auftrag zur Regelung der Zulässigkeit von Werbemaßnahmen der Krankenkassen in einer Rechtsverordnung umgesetzt werden. Derzeit würden die Stellungnahmen aus dem Anhörungsverfahren geprüft.

          Michael Reinsch
          (mr.), Sport

          Im Sport hat das Vorhaben Besorgnis und Alarmstimmung ausgelöst. Laut Marktforschung von Nielsen Sports fließen bis zu 15 Millionen Euro von den gesetzlichen Krankenkassen in Profi- und Breitensport.

          Der CDU-Abgeordnete Frank Steffel, Finanzpolitiker und Präsident des Handballvereins Reinickendorfer Füchse Berlin, berichtet, dass eine Krankenkasse vorsorglich ihr Engagement im Breitensport seines Klubs beendet habe. Der Referentenentwurf sei kontraproduktiv, das Vorhaben völlig abwegig. Er erwarte, dass die Verordnung nicht mehr vor der Sommerpause in den Bundestag eingebracht werde und, da im September Bundestagswahl ist und die Verordnung auch die Zustimmung des Bundesrates braucht, nicht mehr in dieser Legislaturperiode beschlossen werde.

          Mahmut Özdemir, sein Kollege von der SPD, hatte die Pläne des Gesundheitsministeriums als Kampfansage an den Sport bezeichnet. Dieses argumentiert, dass nach dem Willen des Gesetzgebers bei Werbemaßnahmen der gesetzlichen Krankenkassen sachbezogene Information im Vordergrund stehen müsse und deshalb reine Marken- oder Imagewerbung wie das Abbilden des Logos auf Trikots oder Banden unzulässig sei. Präventionsmaßnahmen blieben erlaubt.

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