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Kein klassisches Arbeitsverhältnis : Warum der Mindestlohn nicht für Sportler gilt

Auch wer viele Stunden im Monat für seinen Klub trainiert und spielt, ist nicht berechtigt den Mindestlohn zu erhalten Bild: Jonas Wresch

Amateursportler, die einen Vertrag mit ihrem Verein haben, müssen nicht den Mindestlohn erhalten. Das stellen Arbeitsministerin Nahles und Vertreter des DOSB und DFB klar. Die Regelung gilt auch für Ehrenamtliche.

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          Andrea Nahles hat das Mindestlohn-Gesetz nicht geändert, doch eine sogenannte Klarstellung soll dafür sorgen, dass Vertragsamateure im Sport nicht mit wenigstens 8,50 Euro pro Stunde zu bezahlen sind (siehe Wirtschaft). Sport- und insbesondere Fußballvereine waren in Sorge, dass Sportlerinnen und Sportler, die durch steuerfreie monatliche Zahlungen von bis zu 250 Euro an ihre Klubs gebunden sind, Wettkämpfe, Training, An- und Abreise sowie Physiotherapie als Arbeitszeit definieren und dafür Mindestlohn fordern könnten.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Frau Nahles sagte am Montag nach einem Treffen mit Repräsentanten von Deutschem Olympischen Sportbund (DOSB) sowie Deutschem Fußball-Bund (DFB) im Arbeitsministerium, dass die Zukunft der Vertragsamateure im deutschen Fußball gesichert sei. Ähnlich lässt sich das zustimmende Lob von DOSB-Präsident Alfons Hörmann wie von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach verstehen.

          Die Devise lautet mehr als bisher: Handgeld

          Mit dieser Regelung werde dem Umstand Rechnung getragen, dass Vertragsamateure zwar nicht ehrenamtlich aktiv seien, aber ganz überwiegend nicht einer Erwerbstätigkeit nachgingen. Im Fußball soll es knapp 9000 Vertragsamateure geben; für den übrigen Sport liegen keine Zahlen vor. Ehrenamtliche Tätigkeit ist vom Mindestlohn-Gesetz ausgenommen. Wer vom Verein als Minijobber beschäftigt wird, muss bald wieder seine Einsatzstunden notieren und einzeln abrechnen.

          Die Einhaltung des Mindestlohn-Gesetzes kontrolliert der Zoll; er ist nicht dem Arbeitsministerium, sondern dem Finanzministerium unterstellt. In der Praxis dürften zusätzliche, erfolgsabhängige Zahlungen wie Punkt-, Sieg- und Meisterschaftsprämien, auch für Trainer, die Auslegung des Gesetzes auf die Probe stellen und die Ausnahmeregelung im Einzelfall gefährden. In dieser Grauzone lautet, womöglich mehr als bisher, die Devise: Handgeld.

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