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Vorwürfe an Fußballverband : Der DFB muss handeln

Razzia in der DFB-Zentrale: Verdacht auf Steuerhinterziehung Bild: dpa

Der Vorwurf der Steuerhinterziehung stürzt den DFB in eine Krise. Noch ist der finanzielle und strafrechtliche Schaden nicht abzusehen. Der Verband braucht dringend neue und unabhängige Köpfe auf entscheidenden Posten.

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          Der finanzielle und strafrechtliche Schaden, der dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und führenden Funktionären der Gegenwart und Vergangenheit nach den Durchsuchungen der DFB-Zentrale und Privatwohnungen droht, ist noch nicht abzusehen. Sicher ist bisher nur: Der Vorwurf lautet, dass der DFB Einnahmen aus der Bandenwerbung von Heimländerspielen der Nationalmannschaft aus den Jahren 2014 und 2015 bewusst unrichtig als Einnahmen aus der Vermögensverwaltung erklärt habe. Und damit eine Besteuerung von rund 4,7 Millionen Euro vermieden haben soll. Es handele sich, wie es im Fachterminus heißt, um fremdnützige Hinterziehung von Körperschaft- und Gewerbesteuern in besonders schweren Fällen.

          Erst die weiteren Ermittlungen werden zeigen, ob und wer von den sechs Funktionären, die von der Razzia betroffen sind, letztlich als Beschuldigter angesehen wird und eine entsprechende Strafe zu fürchten hat. Es ist auch offen, ob dem Verband in dieser Angelegenheit abermals der kostspielige Verlust der Gemeinnützigkeit droht, so, wie das schon für das Jahr 2007 im Rahmen der Affäre um das Sommermärchen der Fall war. Der DFB sah sich nach jenen Ermittlungen gezwungen, für das betreffende Jahr vorsorglich über 20 Millionen Euro an die Steuerbehörde zu überweisen. Diesmal könnten zwei Geschäftsjahre des Verbandes betroffen sein.

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