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Olympia-Bewerbung : Eine Geschichte aus zwei Städten

  • -Aktualisiert am

Die olympische Frage: Wo hängen die fünf Ringe 2024 und 2028? Bild: dpa

Berlin und Hamburg gehen mit ihren ersten Olympia-Konzepten parallel an die Öffentlichkeit: Die Hauptstadt setzt auf die Strahlkraft als Weltstadt, Hamburg auf nachhaltige Stadtentwicklung.

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          Die Strahlkraft der Metropole und die tiefe Verwurzelung des Sports in Stadt und Land sollen die Pole einer Berliner Olympiabewerbung für 2024 oder 2028 werden. Als der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit am Montag auf einer Pressekonferenz die Antworten auf 13 Fragen des Deutschen Olympischen Sportbundes unter dem Slogan „Die ganze Welt in unserer Stadt“ vorstellte, fasste er sie so zusammen: „Berlin kann Olympia.“

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Mit der Nutzung des modernisierten Olympiastadions von 1936 und dem Olympiapark drum herum, mit einer Vielzahl von Anlagen wie dem Sportforum, das einst der Sportclub Dynamo Ost-Berlin gründete und das heute den Olympiastützpunkt Berlin beherbergt, plant die Stadt nachhaltige, auf die Innenstadt konzentrierte Spiele.

          Das Votum der Bürger entscheidet

          Das Athletendorf, mindestens 5000 Wohnungen groß, soll auf dem Geländes des Flughafens Tegel entstehen und privatisiert werden. „Wir wollen keine Spirale von gigantischen Spielen und gigantischen Kosten“, sagte Wowereit. „Olympische Spiele müssen zur Stadt passen.“

          Da die Verkehrsinfrastruktur existiere, sei mit geringeren Olympiakosten als in der jüngsten Vergangenheit zu rechnen; Berlin kommt auf 2 Milliarden Euro plus Bewerbungskosten von etwa fünfzig Millionen; Kosten für Sicherheit und für den Betrieb der Spiele gehen extra.

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          Nur mit einem klaren Votum der Bürger werde Berlin sich bewerben, versprach Wowereit. Zwar will er im Dezember zurücktreten, doch eine Bürgerbefragung 2015 werde kommen. „Olympische Spiele auszurichten, ist eine Anstrengung“, sagte er. „Aber das ist zu verantworten, es ist zu stemmen, und es wäre gut investiertes Geld.“

          Plan: Olympischer Campus auf dem Tempelhofer Feld

          Berlin wolle für eine Rückbesinnung auf die Olympischen Werte stehen, für Völkerverständigung, den Wettkampf der Athleten, Transparenz und Beteiligung, Inklusion und Klimaschutz. Den Olympischen Spielen sollen ein internationales Jugendsportfest vorausgehen und nach Vorstellung von Innensenator Frank Henkel auch die Paralympischen Spiele, die üblicherweise folgen.

          Das Tempelhofer Feld könnte zu einem Olympischen Campus werden, auf dem Übertragungen der Wettbewerbe zu sehen sind und Sport für alle getrieben wird. Schulen sollen für die Modernisierung ihrer Sportanlagen Patenschaften übernehmen, Tausende Besucher sollen in Gastfamilien untergebracht werden.

          Wowereit hält sich für den richtigen Mann

          Wowereit warnte vor der Vorstellung, dass Berlin den Reformprozess des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) mit einem innovativen Konzept beschleunigen könnte. „Wir können Vorschläge machen und Impulse geben“, sagte er. „Das IOC muss selbst die Kraft haben, für Reformen zu sorgen und für ein gewisses Maß an Transparenz.“ Gleichwohl versteht er die Demokratisierung Olympias auch als Bringschuld.

          Wenn man nicht wolle, dass Olympische Spiele immer in autoritären Staaten stattfinden, sagte er, müsse man sich bewerben. Die durch Berlin geisternde Vorstellung, er strebe die Führung der Bewerbung an, beförderte Wowereit mit dem Hinweis auf seine Erfahrung – seine erste Rede im Abgeordnetenhaus hielt er 1995 über die Kosten der gescheiterten Olympiabewerbung 2000 – und mit der Forderung, die Bewerbung müsse sehr, sehr klug vorbereitet und positioniert werden.

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