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Vor Olympia 2014 : Russischer Geheimdienst verhinderte Anschlag in Sotschi

  • Aktualisiert am

War auch das Olympiastadion in Sotschi Ziel eines terroristischen Angriffs? Bild: dpa

Mögliche Attentäterin hatten offenbar den Plan, sich im Rahmen der Olympischen Winterspiele in Sotschi in die Luft zu sprengen. Ihre Pläne wurden im Vorfeld aufgedeckt. Unterdessen will Hamburg seinen Sicherheits-Etat für Olympia 2024 nicht erhöhen.

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          Russland hat nach eigenen Angaben in Zusammenarbeit mit ausländischen Geheimdiensten vor den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi einen möglichen Terroranschlag verhindert. Demnach wollten Selbstmordattentäterinnen angeblich Sprengstoff in Dosen für Handcreme an Bord einer Passagiermaschine schmuggeln, wie Vizeaußenminister Oleg Syromolotow der Agentur Tass zufolge sagte.

          Die Pläne seien aufgedeckt und in Zusammenarbeit mit ausländischen Geheimdiensten mehrere Verdächtige in Österreich und Frankreich festgenommen worden. Bei ihnen sollen auch Zünder gefunden worden sein, die aus Syrien stammen. „Es gab ernste terroristische Bedrohungen, eine von ihnen betraf einen möglichen Anschlag mit einem Flugzeug“, sagte Syromolotow am Montag in Moskau.

          Summen zu gering?

          Unterdessen ist nach den Terroranschlägen von Paris eine mögliche Aufstockung des Sicherheits-Etats für Olympische Spiele in Hamburg für den Senat der Hansestadt kein Thema. „Es gilt, was wir immer gesagt haben: Die Sicherheitslage des Jahres 2024 können die Experten erst Anfang der 20er realistisch bewerten. 2024 ist in neun Jahren“, sagte Hamburgs Sport-Staatsrat Christoph Holstein gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk. Das Ausmaß der Sicherheitsvorkehrungen, die für die Sommerspiele 2024 getroffen werden müssten, lasse sich derzeit nicht definieren.

          In der Hamburger Olympia-Bewerbung ist der Posten „öffentliche Sicherheit“ mit 461 Millionen Euro ausgewiesen. Experten halten die Summe für zu gering. Der Finanzreport der Stadt bemisst die Angaben zum finanziellen Aufwand an den Erfahrungen während der Fußball-WM 2006. Er geht von „grundsätzlich friedlich verlaufenden Spielen 2024“ aus. Ergänzt wird, dass „gleichwohl auch eine latente Bedrohungslage durch terroristische Gewalttäter zu berücksichtigen sein“ wird.

          Holstein sagte nach der Anschlagserie von Paris, Olympische Spiele seien das Gegenbeispiel zu dem, „was wir erlebt haben. Die ganze Welt zu Gast in einer Stadt, harmonisch, friedlich. Insofern kann es sein, dass die Bewerbung wichtiger ist als je zuvor.“ Mit der Bewerbung könne Hamburg ein eindeutiges Signal aussenden. „Wir lassen uns von Terroristen nicht in unserer Freiheit beeinträchtigen.“ In Hamburg und Kiel läuft derzeit das Referendum, bei dem die Bürger bis zum 29. November über die weitere Olympia-Bewerbung entscheiden. Hamburgs Innensenator Michael Neumann (SPD) sagte: „Wir müssen dem Terror ins Gesicht lachen und deutlich machen, dass wir eine andere Sichtweise haben.“

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