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Kann Geld alles regeln? : Die Handschrift des Oligarchen

Die „IOC-Trophäe für olympische Werte“ wurde an Alischer Usmanow bereits verliehen. Bild: Reuters

Ein Manuskript ist einem Oligarchen knapp 9 Millionen Euro wert. Er stellt es dem Olympischen Museum zur Verfügung. Der Wohltäter kämpft aber auch um die Rehabilitierung der Russen in der Dopingfrage. Zu welchem Preis?

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          Kaufen, verkaufen, da kennt sich Alischer Usmanow aus. Nicht ganz unerheblich ist, dass es mit dem Verkaufen unter dem Strich noch ein wenig besser läuft als mit dem Kaufen. Bodenschätze sind oft eine sichere Bank, Eisenerz ging gut für Usmanow. In den neunziger Jahren wurde er reich, ganz legal, alles andere sind Unterstellungen übelmeinender Kleingeister.

          Auf 12,6 Milliarden Dollar schätzt „Forbes“ das Vermögen des 1953 im usbekischen Teil des Ferghana-Tals geborenen Mannes. Das macht Usmanow den Teil des Lebens angenehm, in dem es ums Kaufen geht. Anteile des Arsenal Football Club in London, die Sänger Sting und Robbie Williams (jeweils in Gänze), die Kunstsammlung des (verstorbenen) Cellisten Mstislaw Rostropowitsch: Zugreifen, das Leben ist kurz. Und wie wunderbar, dass Alischer Usmanow es so unheimlich gut meint mit dem Sport.

          Ausstellungsstück in Lausanne: Die zu Papier gebrachten Ideen des Barons de Coubertin zur Wiederbelebung Olympischer Spiele.
          Ausstellungsstück in Lausanne: Die zu Papier gebrachten Ideen des Barons de Coubertin zur Wiederbelebung Olympischer Spiele. : Bild: AFP

          Seit 2008 führt er den Internationalen Fechtverband (FIE), das Portal „Inside The Games“ rechnete jüngst hoch, in diesem Jahr dürfte sich Usmanows Investment bei den Fechtern auf mehr als 70 Millionen Euro summiert haben. Aufwendige Verbandsfeste samt Auftritten der genannten Sänger haben ihren Preis. Und wer fragt danach, wenn es doch schöne Abende sind? An die Seine-Kreuzfahrt für mehr als fünf Millionen Euro zur 105-Jahr-Feier des Verbandes im Jahr 2018 erinnern sich einige der 700 Gäste sicher noch heute.

          Im Dezember konnte Alischer Usmanow wieder mal nicht nein, njet, no sagen. Er ist mehr der Ja-Typ. Ein 14 Seiten umfassendes Manuskript eines französischen Adligen des ausgehenden 19. Jahrhunderts stand bei Sotheby’s in New York zur Versteigerung. Weil es sich um die zu Papier gebrachten Ideen des Barons de Coubertin zur Wiederbelebung Olympischer Spiele handelte, schätzte das Auktionshaus den Wert zwischen 700.000 und einer Million Dollar. Lachhaft in Usmanows Kategorien. Er hat 8.806.500 Dollar aufgerufen.

          Am Montag nun überschlug sich das Internationale Olympische Komitee vor Dankbarkeit. Der Käufer stellt das Manuskript zur Verfügung, auf dass es im Olympischen Museum in Lausanne ausgestellt werde. Fast ein bisschen schade, dass Usmanow die „IOC-Trophäe für olympische Werte“ aus den Händen von IOC-Präsident Bach schon Ende November bekam.

          Einen Wunsch aber hat Alischer Usmanow noch: Zehn Tage bevor sich in New York die Gelegenheit zur Coubertin-Ersteigerung bot, hatte er der Welt-Anti-Doping-Agentur geschrieben. Es ging um diese lästige Geschichte mit dem Doping der Russen. Der Start unter der Flagge seines Landes sei „grundlegendes Menschenrecht“ jedes Sportlers, der „unbarmherzige Kampf“ gegen Doping dürfe „nicht in einen Lynchmord umschlagen“. Das Urteil des Sportschiedsgerichts in Lausanne in der Sache steht noch aus. Vielleicht kann man an ihm ablesen, in was Usmanow nebenbei investiert hat.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

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