https://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/umbau-der-ethikkommission-der-dfb-am-tiefsten-tiefpunkt-17396587.html

Umbau der Ethikkommission : Der DFB am tiefsten Tiefpunkt

Der Bestimmer: Rainer Koch Bild: dpa

Dass ein Funktionär über Veränderungen einer Kommission mitbestimmen darf, von der er fürchten muss, dass sie ihn entmachtet, ist ein skandalöser Vorgang. Der DFB verspielt jegliches Vertrauen.

          2 Min.

          Während sich an diesem Samstag die Augen der deutschen Fußballfans auf die Nationalelf richten, die gegen Portugal (18 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-EM) mit dem Rücken zur Wand steht, nimmt die Talfahrt des größten Fußball-Verbandes der Welt schon jetzt kein Ende. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ist bereits vor dem Anpfiff in München an seinem Tiefpunkt angekommen. Oder, um es mit Rudi Völler zu sagen: am tiefsten Tiefpunkt. In diesem Fall ist das (noch) kein sportliches EM-Urteil. Sondern ein ethisches. Und ein demokratisches.

          Die DFB-Spitze hat in dieser Woche ihre unabhängige Ethikkommission selbst zerstört. Die einzige Instanz, die in einem seit Monaten außer Rand und Band geratenen Verband noch für eine gewisse Kontrolle sorgen konnte. Und Vertrauen innerhalb des DFB und in der Öffentlichkeit genoss. Man darf bei dieser moralisch verwerflichen und satzungsmäßig fragwürdigen Verbandstrickserei annehmen: Einige der Mitglieder des DFB-Präsidiums haben die ethische Abrissbirne im vollen Bewusstsein in Gang gesetzt. Indem sie in einer Phase, in der er es für DFB-Interimspräsident Rainer Koch eng werden könnte, eine Neuordnung des Gremiums an seiner Spitze auf die Tagesordnung gesetzt und durchgedrückt haben.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Test einer ballistischen Interkontinentalrakete im Dezember 2020 am Kosmodrom Plessezk in Russland.

          Ukrainekrieg : Das nukleare Risiko steigt

          Putins Drohungen mit Atomwaffen sollte man sehr ernst nehmen, sie sind ein Problem für die bisherige westliche Strategie im Ukrainekonflikt. Mehr denn je kommt es jetzt auf Geschlossenheit an.
          Hauptgebäude der Leuphana Universität Lüneburg

          „Cancel Culture“ an Unis : Ende einer Treibjagd

          Eine Wirtschaftsjuristin wird an der Universität Lüneburg Opfer einer Rufmord-Kampagne. Der Vorwurf: Transphobie. Die Universitätsleitung schaut zu.
          Droht dem Westen: Der russische Präsident Wladimir Putin am 21. September 2022

          Putins neue Drohungen : Szenarien für den nuklearen Ernstfall

          Putin hat schon früher mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. Diesmal sagt er, er bluffe nicht. Washington hat dafür Szenarien ausgearbeitet und Moskau gewarnt.