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Frühere Gymnastin Kabajewa : Sanktionen gegen Putins „geheime First Lady“

Alina Kabajewa im Oktober 2012 Bild: picture alliance / dpa

Großbritannien zielt mit neuen Sanktionen auf das Umfeld von Wladimir Putin. Das betrifft auch die Olympiasiegerin Alina Kabajewa, der eine Beziehung zum Kreml-Chef nachgesagt wird.

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          Die frühere russische Sportgymnastin Alina Kabajewa ist von der britischen Regierung sanktioniert worden. Das bestätigte Außenministerin Liz Truss: „Wir enthüllen und bekämpfen das schmutzige Netzwerk um Putins luxuriösen Lebensstil und ziehen den Schraubstock an um seinen inneren Kreis.“

          Alexander Davydov
          Sportredakteur.

          Die neuen Sanktionen zielen dabei auf Familie und Freunde des Präsidenten als Reaktion auf Russlands Angriffskrieg in der Ukraine. „Putin setzt auf sein Netzwerk aus Familie, Jugendfreunden und einer ausgewählten Elite, die von seiner Herrschaft profitieren und im Gegenzug dessen Lebensziel unterstützen“, heißt es in einer Erklärung der britischen Regierung.

          Gegen dieses werde man vorgehen, solange die Invasion andauern würde. Die 39 Jahre alte Kabajewa, mehrmalige Europa- und Weltmeisterin sowie Olympiasiegerin, zählt zu den erfolgreichsten Athletinnen des Landes in der rhythmischen Sportgymnastik. Laut Medienberichten soll sie die Geliebte des russischen Präsidenten sein und mit diesem mehrere Kinder haben.

          Der amerikanische Nachrichtensender CBS bezeichnet sie als Russlands „geheime First Lady“. Der Kreml bestreitet die Beziehung. Für Aufsehen sorgte Kabajewa schon 2001 wegen eines Dopingvergehens und anschließender einjähriger Sperre.

          Nach ihrem Rückzug aus dem Sport saß sie sieben Jahre lang für Putins Partei „Einiges Russland“ im Parlament. 2014 legte sie ihr Mandat nieder und wurde mit nur 31 Jahren Chefin der kremlnahen National Media Group.

          Die britische Regierung wirft Kabajewa vor, in dieser Tätigkeit aktiv die russische Propaganda bezüglich der Invasion gefördert zu haben. Wie die BBC berichtet, hat die National Media Group auf Putins Bestreben kurz nach dem Beginn des Krieges jegliche Verbindung auf ihrer Internetseite zu Kabajewa entfernt, um ihre Tätigkeit dort zu verbergen.

          Auch die USA sollen, amerikanischen Medien zufolge, Sanktionen gegen Kabajewa vorbereitet haben. Man habe sich jedoch kurzfristig dagegen entschieden - aus Sorge vor möglichen Gegenreaktionen von russischer Seite her.

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