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Überraschende Bewerbung : Ute Groth will DFB-Präsidentin werden

  • Aktualisiert am

Hat ihre Bewerbung schon Anfang April eingereicht: Ute Groth Bild: DJK

In 119 Jahren DFB-Geschichte stand noch nie eine Frau an der Spitze des Verbandes. Das soll sich nach Ansicht der Düsseldorferin Ute Groth ändern. Sie bewirbt sich und will einiges anpacken.

          Eine der Öffentlichkeit bislang weitgehend unbekannte Vereinsvorsitzende will Nachfolgerin von Reinhard Grindel an der Spitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) werden. Die Düsseldorferin Ute Groth hat ihre Bewerbung als Präsidentin des weltgrößten Fußballverbandes bereits Anfang April eingereicht. „Ich möchte mit meiner Kandidatur etwas verändern, wir brauchen ehrliche, begeisternde Menschen im Ehrenamt und an der Spitze des DFB“, wird die 60 Jahre alte Vereinsvorsitzende der DJK TuSA 06 Düsseldorf in einer Mitteilung des katholischen Sportverbandes Deutsche Jugendkraft (DJK) zitiert.

          In 119 Jahren DFB-Geschichte stand noch nie eine Frau an der Spitze des rund sieben Millionen Mitglieder zählenden Verbandes. Erst am 2. April war Grindel, der zwölfte DFB-Präsident, von seinem Amt wegen fragwürdiger Zusatzeinkünfte und der Annahme einer teuren Uhr als Geschenk von einem Funktionärskollegen zurückgetreten. Als Nachfolger des 57-Jährigen wurden anschließend ausnahmslos männliche Fußball-Prominente wie Philipp Lahm, Rudi Völler, Matthias Sammer oder Christoph Metzelder gehandelt.

          Kandidatin Groth wirbt für eine Frau und betont im Interview der „Rheinischen Post“: „Der DFB würde damit eine Vorbildfunktion übernehmen.“ Motivation für sie sei jedoch auch die Frage: „Warum nicht mal eine Person, die unabhängig ist und nicht aus dem ,verlotterten Fußballgeschäft‘, kommt“.

          Seit 2007 steht die Bauplanerin, die als Projektleiterin im Krankenhausbau tätig ist, an der Spitze der DJK TuSA 06 Düsseldorf mit 1200 Mitgliedern. Die Spitze des DJK-Verbandes, der im kommenden Jahr seinen 100. Geburtstag feiert, stärkt Groth den Rücken. „Wir unterstützen die Bewerbung von Ute Groth, besonders auch deshalb, da erstmals eine Person den Posten an der Spitze des Deutschen Fußball-Bundes bekleiden könnte, die unabhängig ist, weiblich und ihre Wurzeln in der DJK hat“, sagte DJK-Präsidentin Elsbeth Beha: „Sie wird im Spitzenamt ihr Bestes geben.“

          Die Vereine an der Basis stünden für Groth im Vordergrund, sollte sie tatsächlich gewählt werden. Man müsse berücksichtigen, „dass der DFB rund 25.000 Vereine vertritt. Und davon sind nur 56 Profivereine“, sagte die 60-Jährige. Die Reaktionen auf ihre Ankündigung, Präsidentin werden zu wollen, hätten sie zusätzlich bestärkt, einen Wechsel in der Führungskultur anzustreben: „Ich meine es ernst. Ich möchte auch ein Nachdenken über die Besetzung dieses Postens herbeiführen. Die letzten beiden Kandidaten haben beide keine Amtszeit überlebt. Was läuft da falsch?“.

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