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Gold bei Pazifik-Spielen : Aufregung um eine zu starke Neuseeländerin

  • -Aktualisiert am

Laurel Hubbard sahnt ab – das freut aber nicht jeden bei den Pazifik-Spielen. Bild: Picture-Alliance

Bei den Pazifik-Spielen auf Samoa gibt es nicht nur den Premierminister in Aktion zu bestaunen. Für großen Trubel sorgt Laurel Hubbard, die zwei Goldmedaillen holt – sehr zum Unmut des Publikums. Was war passiert?

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          Lassen wir nach dieser europalastigen Woche mal die ewige Nabelschau und lassen den Blick um den Erdball wandern: An diesem Samstag gehen die XVI. Pazifik-Spiele auf Samoa zu Ende, und es war wie überall: Der Sport ist eine ernste Sache. Auch für den wahrscheinlich ältesten Teilnehmer, den 74 Jahre alten Tuilaepa Aiona Sailele Malielegaoi – obwohl ihm klar sein musste, dass ihm beim Turnier der Bogenschützen als Trophäe höchstens die goldene Ananas winkte. Er schaffte mit 144 Pfeilen 469 Punkte, und das waren 603 weniger als der Sieger aus Neukaledonien erzielte. Die Aufmerksamkeit war ihm trotzdem sicher, weil es sich bei dem Schlusslicht um den Premierminister Samoas handelt. Und vor zwölf Jahren war er auch noch Dritter.

          Wir finden das sehr phantasieanregend, weil wir uns automatisch vorstellen, in welchem Sport andere Regierungschefs und Staatsoberhäupter bei entsprechenden Spielen antreten könnten. Trump ist klar: Golf. Aber wahrscheinlich nur dann, wenn sicher wäre, dass er gewänne. Putin: Eishockey. Und in Deutschland? Da würde Angela Merkel wahrscheinlich die Aufgabe an ihre Kolleginnen delegieren. Julia Klöckner könnte beim Straßen-Radrennen starten. Oder Ursula von der Leyen beim Reiten – das könnte sie gut, wenn sie nicht inzwischen anderweitig beschäftigt wäre.

          Der Blick nach Samoa zeigt allerdings auch weniger nette Bilder. So regt sich dort nahezu die ganze 200.000 Insulaner starke Bevölkerung über den Ausgang eines der Gewichtheberinnen-Wettbewerbe der Pazifik-Spiele auf. Tagelang brachte die Presse Aufmacher und Kommentare darüber. Die Goldmedaille in Zweikampf und Reißen gewonnen hat eine Neuseeländerin namens Laurel Hubbard, wenn auch knapp, sie ist ja auch schon 41 Jahre alt. Geschlagen wurden Feagaiga Stowes und Iuniana Sipaia aus Samoa, nur Gold im Stoßen blieb Feagaiga, weil Laurel am Schluss einen Fehlversuch hatte, den das Publikum stürmisch bejubelte, worauf die Siegerin provozierend Kusshändchen in den Saal warf.

          Was war passiert? Laurel Hubbard war früher ein Gavin. Erst im Jahr 2012, mit 34 Jahren, ließ er operativ sein Geschlecht ändern. Er ist also nicht intersexuell wie Caster Semenya, sondern transsexuell. Schon als junger Mann hob er Rekorde und konnte selbstverständlich auch wie ein Mann trainieren. Dass er jetzt Frauenwettbewerbe gewinnt, findet man in Samoa „unfair“. Und wer jetzt stöhnt, was geht uns das an, dem sei gesagt: Laurel Hubbard ist im Begriff, sich für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zu qualifizieren.

          Evi Simeoni
          Sportredakteurin.

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