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WM-2006-Affäre : Zwanziger schießt gegen Freshfields-Report

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Zwanziger bezeichnet den verbandsinternen Untersuchungsbericht als „in seinen Schlussfolgerungen sehr fragwürdig.“ Bild: dpa

Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger hält die Fußball-WM-2006 weiterhin für gekauft. Zudem stichelt er abermals gegen den aktuellen Präsidenten Reinhard Grindel.

          Theo Zwanziger hat den verbandsinternen Untersuchungsbericht zur Frage, ob die Weltmeisterschaft 2006 durch korrupte Machenschaften nach Deutschland geholt wurde, als „in seinen Schlussfolgerungen sehr fragwürdig“ bezeichnet. Der im Auftrag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) von der Frankfurter Wirtschaftskanzlei Freshfields erstellte Report war zu dem generellen Schluss gekommen, man habe keine Beweise für einen Stimmenkauf gefunden, dieser sei aber auch nicht auszuschließen.

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          In einem Interview der „Bild am Sonntag“ sagte der ehemalige DFB-Präsident Zwanziger zu dem Bericht: „Im Grunde ist er sein Geld nicht wert.“ Der DFB solle das Honorar an die Kanzlei, „die gemeinnützig gebundenen sieben Millionen Euro, ganz oder teilweise zurückfordern“. Zwanziger vermutete weiter: „Man könnte meinen, er diente wohl von Anfang an dem Zweck, die Führungspersonen des sogenannten ,neuen DFB‘ aus der Verantwortung zu nehmen.“

          Nach dem Rücktritt Wolfgang Niersbachs, der Zwanzigers Nachfolger als DFB-Präsident war, im November 2015, übernahm Reinhard Grindel das Spitzenamt. Nach der Veröffentlichung des Freshfields-Berichts sprach der CDU-Politiker von einem Neuanfang, die WM-Affäre wurde vom DFB als ausreichend geklärt angesehen.

          Zur Frage, ob das Sommermärchen gekauft worden sei, sagte Zwanziger gegenüber der „Bild am Sonntag“: „Da kann es nach heutigen Erkenntnissen keine zwei Meinungen mehr geben.“ Der ehemalige Fußballfunktionär aus Altendiez bezog sich dabei auf eine bisher nicht belegte Theorie, wonach der DFB von Qatars Geschäftsmann Mohamed bin Hammam asiatische Stimmen gekauft habe.

          Ursprünglich seien bin Hammam die TV-Rechte an der Europameisterschaft 2004 in Portugal als Lohn versprochen worden. Da diese aber an eine andere Firma gingen, sei er vom DFB mit 6,7 Millionen Euro entschädigt worden. Der Zweck und Verbleib dieses Betrags, der über ein kompliziertes Transaktionsgeflecht nach Qatar gelangte, ist immer noch ungeklärt.

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