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Leichtathletik-Weltverband : Aufschub für die Russen

Russische Hochspringerin Anna Wladimirowna Tschitscherowa: 2008 nachträglich des Dopings überführt. 2012 trotzdem Olympiasiegerin. Bild: dpa

Russlands Leichtathleten sollen wegen des massiven Doping- und Betrugsskandals komplett aus dem Weltverband ausgeschlossen werden. Eine allerletzte Gnadenfrist wird aber eingeräumt.

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          In letzter Minute hat der russische Sportminister Oleg Matyzin den Ausschluss des russischen Leichtathletik-Verbandes (RusAF) aus dem Weltverband World Athletics (WA) und damit aus dem Weltsport sowie von den Olympischen Spielen verhindert. Während der virtuellen Sitzung des Councils meldete er sich am Verbandssitz in Monaco und versprach schriftlich, vor dem 15. August die fünf Millionen Dollar Strafe und 1,3 Millionen Dollar Rechtskosten zu begleichen, die RusAF dem Verband schuldig ist.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Rune Andersen, der Vorsitzende der Arbeitsgruppe für die Wiederaufnahme des seit 2015 suspendierten russischen Verbandes, sagte am Donnerstag, er habe in den vergangenen fünf Jahren sehr wenig in Hinsicht auf eine Änderung der Kultur der russischen Leichtathletik gesehen. Seine Arbeitsgruppe habe eine enorme Menge Zeit und Arbeit aufgewendet, um RusAF bei einer Reform seiner selbst und der russischen Leichtathletik zu helfen,doch die Reaktion sei nicht angemessen gewesen.

          Das Council entschied aufgrund von Andersens Bericht, die Russen auszuschließen, falls sie die Zahlung nicht fristgerecht leisten. Das Verhältnis zwischen russischem und Weltverband beschrieb WA-Präsident Sebastian Coe so: „Dies ist ein quälender Prozess. Ich kann nichts anderes sagen, als dass dies frustrierend ist, für die Task Force wie für meine Kollegen im Council.“

          In offenkundiger Anspielung auf das Internationale Olympische Komitee sagte der britische Olympiasieger und Lord: „Es war keine große Hilfe, dass wir oft einsame Rufer waren, dass wir das Feld allein beackern mussten.“ Da die Russen die Ernsthaftigkeit und Schärfe der Situation nun realisiert hätten, könne der Weltverband mit dem Verfahren zu deren Wiederanerkennung fortfahren. Voraussetzung dafür sei allerdings der Plan für eine Reform, der bis Ende August von den Russen zur Prüfung erwartet werde.

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