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Stephan Mayer : Der neue starke Mann im Sport

Seehofers Mann für den Sport: Staatssekretär Stephan Mayer Bild: AFP

Seehofers Mann für den Sport: Stephan Mayer besteht auf Spitzensportreform und will Athletenvertreter direkt fördern. Der Staatssekretär im Innenministerium gibt den Ton an in einem Triumvirat der Konservativen in der deutschen Sportpolitik.

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          Er verspricht Verbänden mehr Geld, er scheint mit Athleten im Streit zu liegen, und er wirft den Abteilungsleiter Sport im Innenministerium raus – Stephan Mayer ist der neue starke Mann im Sport. Seit sieben Wochen ist der CSU-Abgeordnete aus Altötting Parlamentarischer Staatssekretär bei Innenminister Horst Seehofer. Obwohl de jure nicht einmal weisungsbefugt im Ministerium, scheint er freie Hand zu haben; der Minister jedenfalls zeigt kein Interesse am Thema. Mit beachtlichem Selbstbewusstsein ist der 44 Jahre alte Jurist und Rechtsanwalt in der öffentlichen Diskussion um Spitzensport in Führung gegangen.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Seit 2002 Abgeordneter des Bundestages, ist Mayer eines der wenigen politischen Schwergewichte im Sportausschuss. In Bundestagsdebatten wie in Talkshows vertritt er die Haltung seiner Partei zu Migration, Datenschutz und innerer Sicherheit, für Recht und Ordnung. Er gehört dem Präsidium des Bundes der Vertriebenen an. Sollte Seehofer im Laufe der Legislaturperiode das Ministeramt aufgeben, wäre Mayer ein Kandidat für die Nachfolge. Auch Seehofer war Parlamentarischer Staatssekretär, bevor er 1992 Gesundheitsminister wurde.

          Mayer ist nun Teil eines konservativen Triumvirats an der Spitze des deutschen Sports. Da ist Reinhard Grindel, sein ehemaliger Kollege in Fraktion und Sportausschuss, der sein Mandat aufgegeben hat, um Präsident des Deutschen Fußball-Bundes zu werden. Und da ist der Manager Alfons Hörmann, Mitglied der CSU, als Präsident des DOSB. Womöglich werden sich Sportfunktionäre daran gewöhnen müssen, dass sie nicht nur mit der Aussicht auf mehr Geld bedacht werden, sondern auch mit Gottes Segen. Der Verdacht, dass landsmannschaftliche und politische Nähe seine Entscheidungen beeinflussten, bringt Mayer in Rage. „Es wäre falsch, und es ist vollkommen abwegig, dass aufgrund derselben Parteizugehörigkeit ein ganz besonders kurzer Draht zwischen BMI und DOSB gegeben wäre“, sagt Mayer. Er kündigt einen intensiven Gedanken- und Meinungsaustausch mit dem Verband an. „Das ist nicht gleichbedeutend mit Kungelei, Kumpanei oder Bevorzugung. Dagegen verwahre ich mich in aller Entschiedenheit. Es gibt eine natürliche Distanz zwischen dem Bundesinnenministerium auf der einen Seite und dem DOSB auf der anderen Seite. Aber natürlich haben wir beide dasselbe Ziel: den Sport in Deutschland maximal zu unterstützen und den Spitzensport bestmöglich zu fördern.“

          Bundesmittel nicht an den DOSB

          Die Reform der Spitzensportförderung will Mayer unterstützen. Seit der Brief Hörmanns an Minister Seehofer über das drohende Scheitern bekannt ist – „. . . scheint uns eine Umsetzung, wie ursprünglich geplant, jedoch schlichtweg nicht machbar“ –, ist ein solches Bekenntnis auch das Beharren auf den zwischen Sport und Politik vereinbarten Veränderungen. „Ich bin der Überzeugung, dass wir die Spitzensportreform benötigen und dass sie dem Sport in Deutschland guttun wird“, sagt Mayer. „Ich bin aber auch davon überzeugt, dass diese Spitzensportreform nicht gegen den DOSB und den organisierten Sport umzusetzen sein wird, sondern nur mit ihm.“ Für ihn bleibt es bei der Verbindung von Aufstockung des Budgets und Reform: „Es bedarf eines stetigen und ehrlichen Aufwuchses im Sporthaushalt, um dann – und das ist die Conditio – die Spitzensportreform erfolgreich begleiten zu können.“

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