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Heike Drechsler : „Ich bin nie IM gewesen“

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Bei der Leichtathletik-EM in Berlin half Heike Drechsler zuletzt als Kampfrichterin mit. Bild: Picture-Alliance

Heike Drechsler zählte zu den bekanntesten Athleten des DDR-Sports. Vor 25 Jahren gab es öffentliche Anschuldigungen, sie habe der Stasi zugearbeitet und Kollegen bespitzelt. Nun entlastet ein Gutachten sie.

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          Der Stasi-Forscher Helmut Müller-Enbergs hat die zweimalige Weitsprung-Olympiasiegerin Heike Drechsler von Vorwürfen entlastet, Inoffizielle Mitarbeiterin (IM) mit dem Decknamen „Jump“ des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR gewesen zu sein. „Frau Heike Drechsler war zu keinem Zeitpunkt (...) als IM ,Jump‘ beim MfS erfasst gewesen“, sagte Müller-Enbergs dem Bayerischen Rundfunk. Der Wissenschaftler hat im Auftrag der früheren Leichtathletin ein Gutachten zum Fall Drechsler verfasst.

          Nach den Maßstäben des MfS und des Stasi-Unterlagen-Gesetzes sei Drechsler nicht als Inoffizielle Mitarbeiterin zu bewerten, erklärte Müller-Enbergs, der nach dem Fall der Mauer als stellvertretender Fachbereichsleiter in der Forschungs- und Medien-Abteilung der Stasi-Unterlagen-Behörde gearbeitet hatte. Heike Drechsler ist zwar vom MfS als IMV geführt worden, als Inoffizieller Mitarbeiter Vorlauf. Dieser Vorgang beschreibt den Werbungsversuch. Eine Verpflichtungserklärung zur konspirativen Arbeit als IM, in der Regel handschriftlich angefertigt, und Berichte sind in der Akte offenbar nicht gefunden worden. „Das Ergebnis bedeutet (. . .), dass ich nie IM gewesen bin. Dafür gibt es jetzt eine wissenschaftliche Grundlage“, erklärte die 53 Jahre alte Heike Drechsler: „Ich will einfach, dass das rauskommt aus meinem Lebenslauf.“

          Vor 25 Jahren hatte es Anschuldigungen gegeben, sie habe der Stasi zugearbeitet. Aus einem Stasi-Dokument war hervorgegangen, dass Heike Drechsler 500 DM von einem mit der Familie befreundeten Stasioffizier angenommen und die Quittung mit „Jump“ unterschrieben hatte. Drechsler zählte zu den bekanntesten Athleten des DDR-Sports. Sie war Mitglied der SED und Abgeordnete der Volkskammer. Müller-Enbergs kommt zu dem Schluss, dass „nicht alles, was Heike Drechsler vorgeworfen wurde, falsch sei: „Sie hatte Kontakte zur Stasi, ob wissentlich oder nicht, und sie war – zumindest vorübergehend – Begünstigte der Stasi.“

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