Staatliche Förderung gestrichen : Schach ist doch kein Sport
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Wer bewegt sich beim Schach? Nur die Spielfiguren oder auch die Spieler? Bild: Wohlfahrt, Rainer
Der Deutsche Schachbund (DSB) erhält keine Leistungssportförderung mehr. Das Innenministerium begründet dies mit „fehlender eigenmotorischer Leistung“ im Schachsport.
Dem Deutschen Schachbund ist die Leistungssportförderung aberkannt worden. Im Bescheid des Bundesinnenministeriums wird dies lapidar mit „fehlender eigenmotorischer Leistung“ begründet. 2013 haben die Schachsportler noch 130.000 Euro erhalten. „Wir haben mit einer Kürzung gerechnet“, sagt der für Finanzen zuständige Vizepräsident Michael Langer. „Was jetzt passiert ist, verletzt die Regeln eines fairen Umgangs miteinander.“
Hintergrund ist eine strengere Auslegung der Förderkriterien. Bisher genoss der Schachbund aufgrund seiner langen Zugehörigkeit im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eine Art Bestandsschutz. Unter Verweis auf die Anerkennung des Weltschachbundes durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) sprachen sich im Dezember sowohl die nichtolympischen Verbände als auch die DOSB-Mitgliederversammlung ohne Gegenstimme dafür aus, dass für Schach weiterhin eine Ausnahme gemacht werde.
Laut der DOSB-Vizepräsidentin für Leistungssport, Christa Thiel, wurde damit „dem Schachbund die bestmögliche Grundlage für Verhandlungen mit dem BMI geschaffen“. Dem Innenministerium hat die Argumentation anscheinend nicht genügt. 2014 überstehe man zwar dank einer Beitragserhöhung, sagte Schach-Vizepräsident Langer, der nach der Streichung der Leistungsförderung eine Haushaltssperre verfügt hat. „Jetzt versuchen wir erst mal, dass der Beschluss zumindest teilweise rückgängig gemacht wird.“