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Wanda mit Infront und Ironman : Chinas neuer Gigant fürs globale Sportgeschäft

  • -Aktualisiert am

Philippe Blatter soll in Zukunft die Wanda Sports Holding führen. Bild: Picture-Alliance

Wang Jianlin träumt von einem Imperium wie Disney. Nun formiert der reichste Chinese zunächst einmal einen großen Sportvermarkter – im Steuerparadies Zug. Mit dabei ist der Neffe von Fifa-Präsident Joseph Blatter.

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          Der reichste Chinese will mit einer neu formierten Unternehmensgruppe zum größten Sportvermarkter der Welt werden. Wang Jianlin, der von einem Imperium wie Disney träumt, hat dafür jetzt entscheidende unternehmerische Grundlagen gelegt. Seine Dalian Wanda Group, einer der führenden chinesischen Mischkonzerne, unter anderem auch tätig im Unterhaltungssektor, will mit der Wanda Sports Holding ihre Expansion in einer der am schnellsten wachsenden Branchen beschleunigen.

          Integriert werden in der neuen Holding der Sportrechtehändler Infront aus der Schweiz, den Wanda im Februar für 1,2 Milliarden Dollar vom Londoner Finanzinvestor Bridgepoint erworben hatte, sowie die legendäre Ironman-Triathlonserie. Den renditeträchtigen Outdoor-Klassiker, unter dessen Markennamen jedes Jahr mehr als 120 Rennen rund um den Globus stattfinden, kaufte Wanda im Spätsommer dem amerikanischen Finanzinvestor Providence für 650 Millionen Dollar ab. Der Hauptstandort der Wanda Sports Holding bleibt am Infront-Sitz im Schweizer Kanton Zug.

          Für die einverleibten Tochtergesellschaften sollen demnächst neue Namen her. Und um an weiteres frisches Kapital für Investitionen und andere mögliche Übernahmen zu kommen, wird nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auch ein Börsengang der Holding nicht ausgeschlossen. „Wanda hat hohe Erwartungen an die Entwicklung und Möglichkeiten der Sportbusiness-Branche“, ließ Wang Jianlin mitteilen. Der 61 Jahre alte Milliardär hatte zuletzt Jack Ma, Gründer der Handelsplattform Alibaba, als reichsten Chinesen abgelöst.

          Im Kampf um Marktanteile und die Marktführerschaft im globalen Sportbusiness ist die Holding ein Signal an die größten Wanda-Konkurrenten wie die amerikanische IMG-Gruppe. Diese wurde einst vom Urvater der Sportvermarktung, Mark McCormack, zur Vermarktung von Sportlern, Klubs und Veranstaltungen gegründet. Ebensolche Ambitionen hat das französische Konglomerat Lagardère, an welcher der Staat Qatar beteiligt ist. Lagardère ist auch als Vermarkter in der Fußball-Bundesliga aktiv.

          Wang Jianlin ist der reichste aller Chinesen.
          Wang Jianlin ist der reichste aller Chinesen. : Bild: AFP

          Die großen Sportvermarkter sind heute mehr als Marketingspezialisten oder Sportrechtehändler für Großveranstaltungen. Ihre Geschäftsfelder reichen von Medienbeteiligungen über den Aufbau eigener Sportserien bis hin zum Besitz von Profiklubs in publikumswirksamen Sportarten. Wanda ist der größte chinesische Immobilienentwickler, betreibt Einkaufszentren, Kinoketten und Luxushotels. Im Januar erwarb die Gruppe, die zuletzt einen Jahresumsatz von fast 40 Milliarden Dollar anzeigte, 20 Prozent vom spanischen Fußballklub Atlético Madrid.

          Den größten und wichtigsten Fischzug für ihre neuen Ambitionen im Sportbusiness machten die Chinesen zu Beginn des Jahres mit dem Kauf von Infront. Der Schweizer Vermarkter hält Pakete mit 160 Rechten in mehr als 25 Sportarten. Infront, das vergangenes Jahr 800 Millionen Euro umsetzte, unterhält Verbindungen zu Hunderten Sponsoren und Medienunternehmen.

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          Für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) vermarktet die Gruppe die Länderspiele der Nationalmannschaft und den DFB-Pokal. Der langjährige Infront-Chef heißt Philippe Blatter und ist der Neffe des beim Fußball-Weltverband (Fifa) wegen mehrerer Vorwürfe suspendierten Präsidenten Joseph Blatter. Diese Verbindung sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Argwohn und Nachfragen, unterhält Infront doch auch seit Jahren geschäftliche Beziehungen zur Fifa.

          Zum Topmanagement bei Infront gehört ebenfalls die deutsche Fußballikone Günter Netzer. Er geriet zuletzt durch seine möglichen Verwicklungen in den DFB-Skandal rund um die WM-Vergabe an Deutschland in die öffentliche Diskussion. Philippe Blatter soll in Zukunft die Wanda Sports Holding führen.

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