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Sportpolitik : Zwei Millionen mehr für die Nada

Roland Augustin hat fortan einen größeren Etat zur Verfügung Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Die Bundesregierung will aus dem Überschuß der Fußball-WM das Stiftungskapital der Nationalen Andidoping-Agentur Nada um zwei Millionen auf dann 8,6 Millionen Euro aufstocken.

          2 Min.

          Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) in Bonn soll noch in diesem Jahr zwei Millionen Euro für ihr Stiftungsvermögen erhalten. Das Geld stammt aus der Kulturstiftung des Deutschen Fußball-Bundes für die Fußball-Weltmeisterschaft, welche die Bundesregierung mit zehn Millionen Euro jährlich aus dem Verkauf von Sondermünzen finanziert hat.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Insgesamt, so wurde am Mittwoch im Sportausschuß des Bundestages bekannt, sind aus dem Etat dieser Stiftung rund fünf Millionen Euro übriggeblieben. Auch die weiteren drei Millionen Euro, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Christoph Bergner, sollten für außerplanmäßige sportbezogene Ausgaben verwendet werden. Er nannte eine Anschubfinanzierung für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), der aus der Fusion von Deutschem Sportbund und Nationalem Olympischem Komitee entstanden ist, und die Vorbereitung auf Olympische Spiele. Die Förderung steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Haushaltsausschusses.

          „Aberwitzigen Summen“ im Sponsoring

          Der Zufluß aus der Kulturstiftung würde das Stiftungsvermögen der Nada um fast ein Drittel vergrößern. Es beträgt lediglich 6,6 Millionen Euro, obwohl die Stiftung mit der Absicht gegründet wurde, sie so auszustatten, daß sie unabhängig ist. Die sportpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Dagmar Freitag, sagte im Sportausschuß: "Wir haben sehr hart um diese zwei Millionen Euro gekämpft. Ich verbinde die Überweisung mit der Erwartung, daß auch andere Partner zu einem glaubwürdigen Kampf gegen Doping beitragen."

          In Anspielung auf die "aberwitzigen Summen" im Sportsponsoring - in Deutschland jährlich rund zwei Milliarden Euro - forderte sie das Engagement der Wirtschaft ein. Der Vorsitzende des Ausschusses, Peter Danckert (SPD), wiederholte seinen Vorschlag, eine Abgabe von einem oder einem halben Prozent auf Sponsorleistungen für die Dopingbekämpfung einzusetzen: "Damit wäre die Stärkung der Nada zu realisieren."

          Peter Busse hört auf

          Da der CDU-Abgeordnete und Vizepräsident des DOSB, Eberhard Gienger, bei der Diskussion fehlte, zitierte Danckert den DOSB-Präsidenten Thomas Bach. Dieser habe zu dem Vorschlag gesagt, die Abgabe könne nicht aus den Sponsorleistungen abgezweigt, sondern müsse zusätzlich gezahlt werden. Der Etat der Nada von 1,24 Millionen Euro wird bislang lediglich zu einem Fünftel aus den Zinsen des Stiftungsvermögens bestritten. Der Zufluß und der Anstieg der Zinsen lassen für die Zukunft rund 300.000 Euro erwarten.

          Große Koalition und FDP stimmten dem Sportetat des Innenministeriums für 2007 zu, der 108,6 Millionen Euro umfaßt. Für die Anschubfinanzierung des DOSB und das Prozeßrisiko von Klagen von Dopingopfern aus der DDR sind sogenannte Leertitel eingestellt. Union und SPD lehnten einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen ab, die Mittel der Nada für Dopingprävention und -forschung von 300.000 Euro zu verdoppeln.

          Unterdessen hat Peter Busse erklärt, er werde im November nicht für eine zweite Amtszeit als Vorstandsvorsitzender der Nada kandidieren. Dies sagte er dem Kölner „Stadtanzeiger“. Der 71 Jahre alte Busse, der das Amt bei der Nada-Gründung 2002 übernommen hatte, beklagte die magere finanzielle Ausstattung der Organisation. Ursprünglich sei ein Stiftungskapital von 60 bis 80 Millionen Euro geplant gewesen. Schwächen in der Dopingverfolgung wie im Fall des deutschen Radcrossmeisters Johannes Sickmüller seien auch auf die Unterfinanzierung zurückzuführen, sagte Busse. Dennoch gebe es keinen Zweifel, "daß dies Dinge sind, die nicht passieren dürfen".

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