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Sportpolitik : Thiel und Reiche verzichten auf DOSB-Kandidatur

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Christa Thiel: Über das Prozedere der Kandidaten-Kür „wenig erfreut” Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Schwimmverbands-Präsidentin Christa Thiel wird nicht für das Amt der Vizepräsidentin Leistungssport im Deutschen Olympischen Sportbund kandidieren. Nun kann Thomas Bach als designierter erster Präsident mit seiner Wunschmannschaft an den Start gehen.

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          Thomas Bach kann als designierter erster Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am 20. Mai in Frankfurt mit seiner Wunschmannschaft an den Start gehen. Den Weg dazu frei machten mit ihrem Verzicht auf Stellvertreter-Posten die Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), Christa Thiel, für den Bereich Leistungssport sowie Brandenburgs ehemaliger Sportminister Steffen Reiche für den Bereich Bildung. Auch Ex-Triathlon-Chef Martin Engelhardt, jetzt Vorsitzender des Institutes für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig, wird nicht als Vize Leistungssport kandidieren.

          Nach den mit IOC-Vize Bach eng abgestimmten Vorschlägen der Findungskommission unter DFB-Chef Theo Zwanziger soll der ehemalige Turn-Weltmeister Eberhard Gienger den Bereich Leistungssport übernehmen, für Bildung ist die Berliner Professorin Gudrun Doll-Tepper vorgesehen. Eine breite Zustimmung für beide gilt als ebenso sicher wie für die vorgesehenen Vizepräsidenten Walter Schneeloch (Breitensport), Hans-Peter Krämer (Finanzen) und Ilse Ridder-Melchers (Frauen).

          Thiel über Kandidaten-Kür „wenig erfreut“

          Thiel, Reiche und Engelhard bekundeten gleichzeitig ihre Bereitschaft, sich ungeachtet ihres Verzichtes weiter intensiv im deutschen Sport und dem neuen Dachverband zu engagieren. Er freue sich sehr über diese Zusage, erklärte Bach dazu nach Telefonaten mit Thiel und Engelhardt: „Alle wissen, daß ich sie als kompetente Persönlichkeiten schätze. Und wir brauchen im DOSB jede Kompetenz.“ Er habe schon wiederholt betont, daß durch die Benennung einer Wunschmannschaft niemand ausgegrenzt worden sei, sagte der Fecht-Olympiasieger.

          Christa Thiel hatte ihren Rückzug bereits am Wochenende vor dem DSV-Hauptausschuss angekündigt. Ihre Bewerbung war von Beginn an als wenig aussichtsreich angesehen worden, weil sie die Führung des Schwimmverbandes auf keinen Fall abgeben wollte. Die 51-jährige Wiesbadenerin wollte ihren Verzicht nicht näher kommentieren: „Es geht mir um ein positives Signal und nicht darum, das künftige Präsidium zu beschädigen“, sagte sie. Allerdings sei sie über das Prozedere der Kandidaten-Kür „nach wie vor wenig erfreut“.

          Vorwurf eines „undemokratischen Verfahrens“

          Die Juristin hatte in der letzten Woche beim Treffen der Spitzenverbände in Berlin keine Unterstützung für ihre geplante Gegenkandidatur erhalten. Gleiches galt für Reiche bei der Tagung der Landessportbünde (LSBs) am Wochenende in Frankfurt. „Ich halte eine Kandidatur zum jetzigen Zeitpunkt nicht für perspektivreich“, sagte der 45-jährige SPD-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Leichtathletikverbandes Brandenburg dem sid.

          Die Vorschlagsliste der Findungskommission war von Verbänden und Sportbünden nahezu einmütig begrüßt worden. Dies wertete Fünfkampf-Präsident Klaus Schormann „als klaren Vertrauensbeweis für unsere Arbeit als gewählte Vertreter“. Vor der abschließenden Empfehlung habe man im Fünfer-Gremium „alle eingereichten Vorschläge schließlich ausgiebig diskutiert und gewürdigt“. Schon deshalb laufe der Vorwurf eines „undemokratischen Verfahrens“ völlig ins Leere, wie er vom Deutschen Alpenverein vorgebracht worden war, sagte Schormann: „Eine derartige Kritik kann ich wirklich nicht nachvollziehen.“

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