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Sportpolitik : Gäb verordnet Sporthilfe drastische Führungsreform

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Hans Wilhelm Gäb reformiert die Sporthilfe Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Hans Wilhelm Gäb will der Sporthilfe eine modernere Führungsstruktur geben. Unter anderem wird der Vorstand von achtzehn auf sechs Personen verkleinert. Schwimm-Olympiasieger Michael Groß kündigte seinen Rückzug an.

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          Die Deutsche Sporthilfe (DSH) hat mit drastischen Reformen ihren Teil zur geplanten Neuordnung des deutschen Sports beigetragen. Die Stiftung wird ihren Vorstand von bislang 18 Mitglieder auf „maximal fünf bis sechs“ reduzieren und einen Aufsichtsrat mit höchstens zwölf Personen neu gründen. An dessen Spitze soll der ehemalige Mercedes-Chef Jürgen Hubbert stehen, der gleichzeitig auch den Stiftungsrat weiter führen wird.

          Die vom DSH-Vorstand bei ihrer Sitzung am Sonntag in Frankfurt/Main einstimmig gefassten Beschlüsse zu den gravierenden Satzungsänderungen müssen beim zuständigen Regierungspräsidium in Darmstadt noch eingetragen werden. Ende Februar oder Anfang März sollen sie rechtsgültig sein. Sofort danach soll die erste konstituierende Aufsichtsratssitzung stattfinden.

          „Gesellschaftspolitische Rolle stärken“

          „Das Konzept, das in den letzten Monaten erarbeitet wurde, soll die Sporthilfe modernisieren, sie in ihren Strukturen straffen und ihr damit sowohl neue Management-Effizienz verleihen als auch ihre gesellschaftspolitische Rolle stärken“, begründete der Vorstandsvorsitzende Hans Wilhelm Gäb die Einschnitte.

          Neben Gäb bilden bis zu den Neuwahlen Ende 2006 DSH-Vize-Präsident Bernd Rauch, DSH-Schatzmeister Horst Müller sowie NOK-Präsident Klaus Steinbach und DSB-Vizepräsident Ulrich Feldhoff den Vorstand. Nach dem geplanten Zusammenschluß des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) und des Deutschen Sportbundes (DSB), der am 10. Dezember in Köln beschlossen werden soll, würde die neue Dachorganisation mit einer Stimme im Vorstand vertreten sein. Neu geschaffen wird der Posten des Vorsitzenden der Geschäftsführung, über dessen Besetzung im ersten Halbjahr 2006 entschieden wird.

          Groß zieht sich zurück

          Nicht einverstanden zeigte sich Michael Groß mit den Reformideen und zog persönliche Konsequenzen. Nachdem er dem Vorstand seinen Rückzug in einem Brief angekündigt hatte, nahm die DSH seine Entscheidung „mit Bedauern zur Kenntnis“. Für den ehemaligen Weltklasse-Schwimmer, der nicht an der 129. Sitzung teilnahm, wird künftig Vizepräsident Rauch an der Seite von Gäb die DSH im NOK-Präsidium vertreten.

          Neben der strafferen Führungsstruktur beschloß die unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler stehende Deutsche Sporthilfe auch „eine engere Verbindung sportlicher mit anderen Eliten der Gesellschaft aus Kultur, Politik, Medien und Wirtschaft herbeizuführen“, hieß es in einer Pressemitteilung. Zudem solle „im Zeitalter von Doping und nachlassendem Respekt vor den Gesetzen des Fair Play für die Integrität des Sports“ eingestanden sowie die Bedeutung des Sports für ein friedliches Zusammenleben hervorgehoben werden.

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