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Sportmomente 2020 : „Was ist meine Haltung zu Olympia?“

  • -Aktualisiert am

Max Hartung: „Ich halte mich so lange fit und bereit, um noch einmal mit aller Kraft anzugreifen.“ Bild: dpa

Bei Olympia so gut fechten wie nie zuvor und dann ein rauschendes Fest feiern. Das war der Plan. Corona durchkreuzte ihn. Es musste eine folgenschwere Entscheidung getroffen werden.

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          Mein Moment des Jahres 2020 sollten die Olympischen Spiele in Tokio werden. Ich wollte in diesem Sommer noch einmal so gut fechten wie noch nie zuvor in meinem Leben und im Anschluss in Japan ein rauschendes Fest feiern. Mit meinen Teamkollegen und den Sportlerinnen und Sportlern aus der ganzen Welt. Stattdessen ist mein Sportmoment des Jahres wohl die persönliche Absage meiner Teilnahme an den Olympischen Spielen am 21. März.

          Kurz zuvor hatten mein Team und ich uns nach einer langen und harten Qualifikation mit der Mannschaft das Ticket für die Olympischen Spiele gesichert. Bei einem bereits durch Corona eingeschränkten Weltcup ohne Zuschauer und mit Kontrolle der Körpertemperatur haben wir in Luxemburg die letzten notwendigen Punkte eingesammelt.

          Nur wenig später hatte sich die Lage in der Welt weiter dramatisch verschlechtert. Das gefährliche Virus breitete sich rasant aus, während das Wissen über die möglichen Folgen verschwindend gering war. In dieser Situation ist eine Debatte darüber entbrannt, ob man die Olympischen Spiele würde ausrichten können. Gemeinsam mit dem Verein Athleten Deutschland haben wir dem Dialog zwischen den Athletinnen und Athleten eine Plattform gegeben.

          Ich habe viele Gespräche geführt und mich gleichzeitig gefragt: Was ist meine eigene Haltung? Was ist in dieser Situation das Richtige? Wie könnte eine professionelle Vorbereitung auf die Olympischen Spiele verbunden werden mit dem Hashtag #stayhome, der im Frühjahr die sozialen Medien dominierte?

          Die richtige Entscheidung, so schien es mir, ist, den Sommer 2020 unabhängig von der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees zu Hause zu verbringen. Nach vier Jahren harten Trainings und Verzichts habe ich mich schweren Herzens dafür entschieden, meinen Startplatz bei den Olympischen Spielen aufzugeben, die der Abschluss meiner Fechtkarriere hätten werden sollen. Inzwischen sind die Spiele auf Juli 2021 verschoben. Ob und wie sie ausgerichtet werden, steht in den Sternen. Ich halte mich so lange fit und bereit, um noch einmal mit aller Kraft anzugreifen.

          Aufgezeichnet von Achim Dreis.

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