https://www.faz.net/-gtl-9yy5q

„Dringend erforderlich“ : Sportminister empfehlen Neustart des Vereinssports

  • Aktualisiert am

Bald wieder möglich? Der organisierte Sport soll in der Krise helfen. Bild: dpa

Vor allem Sport an der frischen Luft soll auch in organisierter Form möglichst bald wieder möglich sein. Das empfehlen die Sportminister der Länder. Kampf- und Mannschaftssport müssen wohl am längsten warten.

          2 Min.

          Die Sportministerkonferenz hält eine Wiederaufnahme des Sportbetriebs, insbesondere in den Vereinen, im Rahmen der schrittweisen Lockerungen der Einschränkungen durch die Corona-Krise für „dringend erforderlich“. Dies geht aus einem Beschluss der SMK hervor, der einen Tag vor dem dem Treffen der Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag öffentlich wurde. Mit dem Papier solle der Rahmen für die Länder gesteckt werden, „nach Maßgabe der jeweiligen Erkenntnisse der 1. Lockerungsstufe konkrete Schritte beschließen“ zu können, hieß es.

          Wissen war nie wertvoller

          Lesen Sie jetzt F+ 30 Tage kostenlos und erhalten Sie Zugriff auf alle Artikel auf FAZ.NET.

          JETZT F+ LESEN

          Demnach könne der Sport- und Trainingsbetrieb im Breiten- und Freizeitsport in einem ersten Schritt wieder erlaubt werden, wenn die Angebote an der „frischen Luft“ im öffentlichen Raum oder auf öffentlichen oder privaten Freiluftsportanlagen stattfinden. Dazu gehörten zudem die Einhaltung unter anderen der Distanz- und Kontaktregeln sowie Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen, vor allem bei der gemeinsamen Nutzung von Sportgeräten. Umkleidekabinen und Gastronomiebereiche müssten geschlossen bleiben, hieß es weiter.

          Der Deutsche Olympische Sportbund setzte laut Mitteilung mit den zehn Leitplanken einen sportfachlichen Rahmen zur Umsetzung des SMK-Beschlusses. Diese seien die Grundlage für die von den Fachverbänden zu erarbeitenden sportartspezifischen Empfehlungen.

          Kontakt- und Mannschaftssportarten „erst als letzter Schritt“ 

          Ausnahmeregelungen für das Training von Berufssportlern der olympischen und paralympischen Sportarten bestünden weitgehend schon in den meisten Ländern „und sollten ansonsten ermöglicht werden“, hieß es. Die SMK spreche sich außerdem dafür aus, weitere Lockerungen im Sport durchzuführen. Danach könne zu einem späteren Zeitpunkt sukzessive ein Wettkampfbetrieb bei Einhaltung der Rahmenbedingungen ohne Zuschauer wieder aufgenommen werden.

          „Die Wiederaufnahme des Wettkampfbetriebs ist daher grundsätzlich in den Sportarten zuerst denkbar, bei denen die Einhaltung Corona bedingt erlassener Hygiene- und Abstandsregeln gesichert erfolgen kann“, hieß es in dem Beschluss. Das bedeute, dass Wettkämpfe in Kontakt- und Mannschaftssportarten „erst als letzter Schritt wieder zulässig sein“ werden, teilte die SMK mit.

          Plädoyer für Rehasport

          Die Vizepräsidentin des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), Katrin Kunert fordert, dass die Wiederaufnahme des ärztlich verordneten Rehabilitationssports eine höhere Priorität als die Fortsetzung des Breitensports erhält. "Im Gegensatz zum Breiten- und Freizeitsport handelt es sich beim Rehabilitationssport um eine Leistung nach dem Sozialgesetzbuch. Als solche muss dessen Wiederaufnahme vorrangig diskutiert werden", sagte Kunert in einer DBS-Mitteilung.

          Wie der Verband bekanntgab, wurden "in Abstimmung mit den Landes- und Fachverbänden konkrete Empfehlungen entwickelt". Diese beinhalten unter anderem Hygiene- und Verhaltensregeln für Trainer und Teilnehmer. Digitaler Rehabilitationssport, wie er derzeit vielerorts angsichts der Coronakrise angeboten wird, sei "keine dauerhafte Lösung", versicherte Kunert.

          Weitere Themen

          War es das für Aaron Rodgers?

          Umstrittener NFL-Quarterback : War es das für Aaron Rodgers?

          Die Green Bay Packers scheitern überraschend in den NFL-Play-offs. Quarterback Aaron Rodgers äußert sich anschließend fast schon verheißungsvoll zur eigenen Zukunft – nicht nur in Green Bay.

          Topmeldungen

          Eröffnung der Ausstellung „Diversity United“ im Flughafen Tempelhof 2021 mit (von rechts nach links) Armin Laschet, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Elke Büdenbender, Michael Müller, Walter Smerling und Hauptsponsor Lars Windhorst.

          Kunst und Macht : Das System Smerling

          Er macht aus dem Berliner Flughafen Tempelhof eine riesige Kunsthalle und leitet sie auch gleich. Alle Mächtigen lieben seine Ausstellungen: Wer ist eigentlich Walter Smerling?

          Marinechef entlassen : Wie ein festgefahrener Eisbrecher

          Der deutsche Marine-Inspekteur Kay-Achim Schönbach verrennt sich in Indien mit Äußerungen zum Ukraine-Konflikt und zu Putin. Dann räumt er seinen Posten. Er saß wohl einer folgenschweren Fehleinschätzung auf.
          Ein an Diabetes Typ 1 erkranktes Kind bekommt den Katheter seiner Insulinpumpe in den Oberschenkel gesetzt.

          100 Jahre Insulin : Wie sieht die Diabetes-Behandlung der Zukunft aus?

          Als die Insulin-Therapie vor hundert Jahren erfunden wurde, sprachen viele von Magie: Seither rettete das Hormon Millionen Menschen. Dennoch haben viele Diabetiker keinen Zugang zur lebensrettenden Arznei. Was bringt die Zukunft?
          Denkt womöglich sogar über ein Karriereende nach: Aaron Rodgers

          Umstrittener NFL-Quarterback : War es das für Aaron Rodgers?

          Die Green Bay Packers scheitern überraschend in den NFL-Play-offs. Quarterback Aaron Rodgers äußert sich anschließend fast schon verheißungsvoll zur eigenen Zukunft – nicht nur in Green Bay.