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Sportminister Horst Seehofer : „Ein Jubiläum der Nazi-Spiele? Das kann nicht sein“

„Auch aus der Sicht der Bevölkerung ist das IOC von der ursprünglichen Idee zu sehr ins Kommerzielle gewandert“: Horst Seehofer Bild: dpa

Seit gut einem Jahr ist Horst Seehofer Sportminister. Im Interview mit der F.A.Z. spricht er über seine Sympathie für eine finanzielle Beteiligung von Sportlern an Olympia, die Zukunft von Stützpunkten und seine Absage an Spiele 2036.

          8 Min.

          Sie haben, Herr Minister, den Bundesstützpunkt ohne Förderung erfunden. Was ist dessen Sinn?

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Dahinter steckt ein strukturpolitischer Sinn. Mir geht es darum, dass man Stützpunkte für eine bestimmte Zeit aufrecht erhält, auch wenn sie momentan keine potentiellen Meister oder Medaillenanwärter haben, um ihnen die Chance zu geben, sich wieder zu entwickeln. Es ist Strukturpolitik, eine Region nicht abzuschreiben, sondern ihr eine Zukunftsperspektive zu eröffnen.

          Vor allem ist es preiswert: Sie müssen nicht mehr tun, als das Schild dranzuhängen.

          Es geht darum, diese Stützpunkte nicht aufzulösen. Indem man sie bestehen lässt, schafft man Motivation, sich wieder in die Spitze zu entwickeln. Ich kenne das vom FC Bayern München. Dort werden auch Spieler entwickelt, die noch nicht reif für die Bundesliga sind. Das war mein Gedanke: Die Sportpolitik mit Strukturpolitik zu verbinden. Was weg ist, kommt meist nicht wieder. Ein Beispiel ist der Ruderstützpunkt in Mecklenburg-Vorpommern. Er sollte aufgegeben werden, und es hieß: Es gibt ja einen anderen am Bodensee. Ich fand das nicht richtig. 2020 schaue ich mir das noch einmal an. Wenn sich etwas entwickelt hat, kann man das vielleicht verlängern.

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