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Sportförderung : Ein Rätsel namens Bundeswehr

Wintersportler bei der Bundeswehr: Axel Teichmann, Jörg Ritzerfeld und Tatjana Hüfner (Foto von 2011) Bild: ddp images/dapd/Jens-Ulrich Koch

Aus dem Haushaltsentwurf des Bundes geht hervor, wie viel Geld er im Jahr 2013 für die Sportförderung aufwenden wird. Die Bundeswehr rechnet mit Kosten von gut 32 Millionen Euro. Die Finanzierung ist rätselhaft.

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          Eine Viertelmilliarde Euro wird der Bund im kommenden Jahr für Sportförderung aufwenden - das geht aus dem jetzt vorgelegten Haushaltsentwurf hervor. Das sind 1,2 Millionen mehr als im ausgehenden Olympiajahr. Davon stehen, dem Spitzensport 129,156 Millionen Euro (2012: 131,699) vom Innenministerium zur Verfügung, rund zweieinhalb Million weniger als in diesem Jahr.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Die Bundeswehr rechnet laut Haushaltsplan mit Kosten von 32,129 Millionen Euro (32,870) für die Bezahlung von Spitzensportlern auf Planstellen in fünfzehn Sportfördergruppen. Die Finanzierung ist rätselhaft. Verteidigungsminister de Maizière hat während der Olympischen Spiele in London versprochen, die rund 750 Förderstellen zu erhalten, über welche die Verbände verfügen.

          Um 120 Stellen zu erhalten, die im Zuge der Bundesreform aus diesem Kontingent gestrichen worden waren, erhielt die Bundeswehr in den vergangenen vier Jahren insgesamt mehr als 13 Millionen Euro. Dieser Zuschuss ist nun ausgelaufen. Woher die theoretisch 28.000 Euro pro Stelle und Jahr nun kommen, bleibt offen.

          Auffällig ist, dass das Budget für Baumaßnahmen an Sportstätten des Militärs um 3,6 Millionen auf 21,25 Millionen wächst sowie die alle drei Jahre anstehende Neueinkleidung der Soldaten in den Sportfördergruppen mit 3,74 Millionen zu Buche schlägt (Neueinkleidung 2010: 2 Millionen). Auf ihrer Website schreibt die Bundeswehr, sie unterstütze mehr als 800 Sportsoldaten.

          Kein Knausern bei der Weltsportministerkonferenz

          Das Innenministerium kürzt die Förderung der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) um eine Million auf 2,366 Millionen Euro; damit ist die Einrichtung in ihrer Existenz gefährdet. Weitere 1,4 Millionen Euro werden gegenüber dem Olympiajahr 2012 an Reisekosten eingespart, obwohl das Ministerium für olympische Frühbucher 1,445 Millionen Euro an Reisekosten für die Winterspielen 2014 bereitstellt.

          Bundesinnenminister Friedrich knausert nicht bei der Weltsportministerkonferenz der Unesco. Die Veranstaltung im Mai in Berlin lässt den Posten für Internationale Projekte und Tagungen von 460.000 auf 1,1 Millionen Euro schnellen.

          Größter Posten: Olympiastützpunkte und Bundesleistungszentren

          Für Zentrale Maßnahmen, den Kern der Spitzensportförderung, stehen 93,761 Millionen Euro bereit, 700.000 Euro weniger als 2012 (94,461). Größter Posten sind 30,975 Millionen Euro für zwanzig Olympiastützpunkte und Bundesleistungszentren, deren Zahl nicht genannt wird, mittelfristig aber reduziert werden soll.

          25,216 Millionen sind für die Jahresplanung der Verbände und 29,170 Millionen für Trainer und Betreuer vorgesehen. Sportstättenbau stagniert bei 15,8 Millionen Euro. Die Spitzensportförderung in den Sportgruppen der Bundespolizei in Bad Enndorf und Kienbaum lässt sich der Innenminister 11,192 Millionen Euro kosten. Eine kleinere Einrichtung des Zolls für Skisportler veranschlagt das Finanzministerium mit 1,469 Millionen Euro.

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