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Sportförderung : Curling wird gestrichen

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„Das ist dramatisch“: Dem deutschen Curling steht das Ende als Leistungssport bevor Bild: AFP

Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik verliert ein olympischer Sportverband die öffentliche Förderung.

          Der Deutsche Curling-Verband (DCV) hat als erster olympischer Fachverband in der Geschichte der Bundesrepublik die komplette Förderung durch das Bundesinnenministerium verloren.

          Das bestätigte der Präsident des DCV, Dieter Kolb, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.  „Wir sind wie paralysiert“, sagte Kolb: „Das ist dramatisch. Hier wird eine komplette Sportart aufs Abstellgleis geschoben.“ Zwar hat das BMI die Entscheidung, die Curler aus der Förderung zu nehmen, dem DCV noch nicht mitgeteilt. Kolb ist aber vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) über die Entscheidung unterrichtet worden.

          Nach Informationen der F.A.Z. haben sich BMI und DOSB auf die Maßnahme geeinigt. Die Curler finanzierten zuletzt 95 Prozent ihres Jahresetats (rund 450 000 Euro) mit Hilfe der Steuergelder aus Berlin. Nach den Olympischen Winterspielen in Sotschi hatte das BMI eine Leistungssteigerung angemahnt. Zusammen mit dem DOSB erarbeitete der DCV ein entsprechendes Konzept, unter anderem verpflichtete er einen der besten deutschsprachigen Trainer.

          Um die Forderung umsetzen zu können, wünschte  der DCV aber eine Mittelerhöhung von wenigstens 160 000 Euro. Er verband diese Forderung mit dem Hinweis, dass die Ziele ohne eine Aufstockung nicht zu erreichen seien. Da die Etaterweiterung nur möglich gewesen wäre, wenn andere Sportverbände auf Gelder verzichtet hätten, empfahl der DOSB nach Darstellung des DCV dem BMI, die Curler aus der Förderung zu nehmen. Die Einstellung der Bundesförderung bedeutet das vorläufige Ende von Curling als Leistungssports auf dem bisherigen Niveau.

          Dem Verband war es gelungen, für jeden Olympischen Wettbewerb, seit Curling zum Programm gehört, mindestens eine Mannschaft zu qualifizieren. Um den Verband vor einer drohenden Insolvenz zu bewahren, sind die Verträge der hauptamtlichen Mitarbeiter zum 31. Dezember gekündigt worden.

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