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„Sportfest der Solidarität“ : Sehnsucht nach Leben in Sarajevo

  • -Aktualisiert am

Sprung nach Sarajevo: Das Sportfest war das erste Großereignis nach der Belagerung. Bild: Barbara Klemm

Das „Sportfest der Solidarität“ im zerstörten Sarajevo war ein beklemmendes Ereignis – und brachte doch 1996 eine wichtige Botschaft in eine vom Krieg traumatisierte Stadt. Was der Sport nach einer Krise bewegen kann.

          7 Min.

          Kaum etwas scheint vergänglicher als ein Fußballspiel, ein Wettkampf, ein Rennen selbst auf höchstem Niveau. Aber es gibt Ereignisse, die weit über den Tag hinaus, über viele Jahre hinweg bis in die Gegenwart wirken, die von wundersamen, ergreifenden Wenden getragen werden, die vom Beginn einer beispiellosen oder gar vom tragischen Ende einer grandiosen Ära erzählen. Sie bewegten die Welt des Sports. Wir waren dabei und berichten an dieser Stelle in loser Folge von unseren Erlebnissen und Abenteuern als Reporter.

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          Im Sportjournalismus kommt man zu normalen Zeiten viel herum. Man wird Zeuge so vieler sportlicher Highlights, dass es mit den Jahren mühsam wird, sich an alle zu erinnern. Ein Erlebnis allerdings werde ich wohl für immer unauslöschlich in meinem Herzen bewahren: das erschütterndste Sportfest, bei dem ich je war, und gleichzeitig auch das lehrreichste. Am 9. September 1996 traten im Koševo-Stadion in Sarajevo ein paar Dutzend frisch geduschte und top trainierte Leichtathleten bei einem „Sportfest der Solidarität“ vor einem Publikum auf, das durch die Hölle gegangen war. Beklommene Gäste, die aus ihrer heilen Welt in diese zerstörte Stadt gekommen waren und denen der Schrecken ins Gesicht geschrieben stand. Und Zigtausende von ernsten Zuschauern, denen die Sehnsucht nach einem leichten Herzen und einem Stück Normalität anzumerken war.

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