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Sportausschuss : Vogtland hilft Rio und Santiago

Abwarten und Entscheidung treffen: DOSB-Präsident Thomas Bach wägt die Chancen Münchens auf eine neue Olympiakandidatur ab Bild: dapd

Der DOSB wartet die Vergabe für die Sommerspiele 2020 ab, um die Chancen Münchens für eine abermalige Kandidatur zu bewerten. Im Sportausschuss sorgten zudem Reisepläne für Kritik und Häme.

          Öffentlichkeit gibt es nur noch in kleinen Portionen. Als die Unions-Abgeordneten Klaus Rieger und Eberhard Gienger am Mittwoch im Sportausschuss des Deutschen Bundestages das Sportabzeichen erhielten, waren Besucher willkommen. Und als der SPD-Abgeordnete Martin Gerster mit seinem Antrag, auch in der Sitzung wie in den vergangenen fünf Jahren wieder Besucher zuzulassen, an der Mehrheit von Union und Liberalen gescheitert war, bejubelte er immerhin einen „Mini-Erfolg“: Praktikanten und Stipendiaten dürfen teilnehmen.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Beim Bericht von Thomas Bach, dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), zur gescheiterten Olympiabewerbung von München 2018 waren die Abgeordneten am Mittwoch dann unter sich. Wie Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich überlassen auch die Parlamentarier dem Sport die Entscheidung, ob und wann er sich noch einmal bewerben wird.

          Vergabe für 2020 abwarten

          Bach macht kein Geheimnis daraus, dass der DOSB die Vergabe der Sommerspiele 2020 abwarten und dann vor allem die Chancen Münchens bei einem zweiten Anlauf wägen wird; das Konzept sei gut und könne weiter verwendet werden, sagt er. Die bayrische Landeshauptstadt könnte in einer Bewerbung für 2022, so kündigte Bach an, Konkurrenz aus dem norwegischen Tromsö, dem schweizerischen St. Moritz und dem ukrainischen Lemberg (Lwiw) erhalten; und das seien nur die europäischen Kandidaten.

          Die Vorsitzende des Ausschusses, Dagmar Freitag (SPD), wies nach der Sitzung darauf hin, dass die Politik sich das Engagement der öffentlichen Hand vorbehalte. „Ich erinnere daran, dass die Bewerbung ursprünglich allein aus privaten Mitteln finanziert werden sollte“, sagte sie. „Das ist, wie man weiß, nicht gelungen.“

          Häme für Informationsreisen

          Kritik und Häme erntet der Ausschuss für den Plan, am Freitag vier seiner Mitglieder auf eine sportpolitische Informationsreise nach Rio de Janeiro, Sao Paolo und Santiago de Chile zu schicken. Der Bund der Steuerzahler stellte den Sinn des Besuchs von Baugruben auf Kosten der Staatskasse in Frage. Joachim Günther (FDP), Abgeordneter aus dem Wahlkreis Vogtland, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses und Delegationsleiter der Reisegruppe, erweckt auf seiner Internet-Seite den Eindruck, dass die Parlamentarier so etwas wie Entwicklungshilfe leisten müssten für den Gastgeber der Fußball-WM 2014 und der Olympischen Spiele 2016, Brasilien, sowie den möglichen Bewerber um die Pan-Amerikanischen Spiele 2019, Chile: „Wenn wir sinnvoll unterstützen und beraten können, dann nur jetzt und nicht erst 2014, wenn alles fertig ist.“

          Dagmar Freitag verteidigt die Reise, an der sie nicht teilnehmen wird. Die Mitglieder des Ausschusses müssten sich fachkundig machen und internationale Kontakte pflegen; selbstverständlich stünden Gespräche mit Parlamentsmitgliedern auf dem Programm. Die Reise des Sportausschusses Anfang des Jahres nach Qatar und in die Vereinigten Arabischen Emirate, die unter ihrer Leitung stand, habe interessante Erkenntnisse erbracht und sei auch genutzt worden, um für effektive Dopingbekämpfung zu werben. „Die Fraktionen ziehen unterschiedlich Fazit“, sagte sie über die Auswertung solcher Reisen.

          Im Ausschuss ist jedenfalls weder vorher noch nachher über die vergangene und die künftige Reisen gesprochen worden. Nach Südamerika werden mit Günther der frühere sächsische Justizminister Manfred Kolbe (CDU), stellvertretendes Mitglied im Ausschuss, sowie Martin Gerster (SPD) und Katrin Kunert (Linke) reisen.

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