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Sport und native americans : Sind weiße Männer unkreativ?

Die Washingtoner „Rothäute“ mussten sich einen neuen Namen suchen. Bild: AP

Blickt man nach Amerika, drängt sich angesichts mancher Teamnamen ein schlimmer Gedanke auf. Die Antwort darauf aber findet sich schnell. Zeugen der Verteidigung: die Männer der irischen Lacrosse-Nationalmannschaft.

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          Es ist kompliziert zwischen dem Sport und den native americans. Kaum hatten die europäischen Siedler ihren Genozid an den angetroffenen Bewohnern des nordamerikanischen Kontinents abgeschlossen und überlebende „Indianer“ in Reservate gepfercht, machte sich die Sportsparte der alsbald aufblühenden Unterhaltungsindustrie daran, Franchises in Football, Eishockey, Base- wie Basketball Insignien und Namen vermeintlicher „Wilder“ zu verleihen.

          Weil aber den Weißen etwa der Name Makataimeshekiakiak unkommod erschien, wurden Chicagos Eishockeyspieler Blackhawks genannt, nach dem Othakiwa-Feldherrn. Gegen die noch plumperen Redskins, „Rothäute“, in Washington war der Widerstand inzwischen erfolgreich: In die NFL-Saison startet an diesem Sonntag das umgetaufte Washington Football Team.

          Schlimmer Gedanke: Sind weiße Männer unkreativ? Nein! Zeugen der Verteidigung: die Männer der irischen Lacrosse-Nationalmannschaft. Sie verzichten auf die 2022 in Alabama geplanten World Games, die Festspiele nichtolympischer Sportarten. So ist der Weg frei für die Auswahl der Haudenosaunee, in Europa als Irokesen bekannt, Dritte der WM 2018. Die Iren waren Elfte, haben aber einen Staat. Ihr Rückzug bereitet den Erfindern des ältesten Sports Amerikas den Weg nach Alabama. Lacrosse? Den Franzosen war vor 400 Jahren nichts Besseres eingefallen, als sie das harte Spiel mit netzbewehrten Schlägern zum ersten Mal sahen. Die Haudenosaunee nennen es Tewaarathon, den kleinen Bruder des Kriegs.

          Der reiche Onkel

          Wild ist der Westen, schwer ist der Beruf. Also haben sie in Amerika das Recht auf den Colt am Gürtel in die Verfassung geschrieben, mit entsprechenden Folgen. Teuer geschätztes Refugium der Sportschützen bleibt gleichwohl Russland, selbst wenn dort die kontaminierte Tasse Tee bei anderen in der beruflichen Praxis mit Mordwerkzeugen hantierenden Profis eher letzter Schrei zu sein scheint.

          Zurück zu den Schützen: sie sollen zu ihrer kommenden Weltmeisterschaft 2022 ins Moskauer Umland reisen. Das trifft sich allenfalls mittelprächtig gut angesichts der dort weithin und auch unter Sportsfreunden überaus ausgeprägten russischen Praxis, Vorgaben durchaus verbindlich gemeinter Regelwerke weiträumig zu verfehlen. Eben deshalb (Doping! Sotschi!) hatte die Welt-Anti-Doping-Agentur verfügt, Großereignisse nicht an Russland zu vergeben, und eine Fußball-Europameisterschaft mag nicht als Großereignis gelten, eine Schützen-WM aber ist es.

          Macht nichts, die Russen klagen gegen die Sanktionen, und wer weiß schon, ob das WM-Verbot Bestand hat. Unvorhersehbar wie Corona, der ausstehende Schiedsspruch, findet Alexander Ratner, Generalsekretär des Weltverbands mit russischer Waffenkarte, pardon, russischem Pass. Zudem waren seine Waffenbrüder die einzigen Bewerber – keine Bewegung, oder es knallt. Geführt wird der Weltverband übrigens von Wladimir Lissin, laut „Forbes“-Liste zweitreichster Russe. Ein Mann, der weiß, wie er ins Ziel findet. Nach seiner Wahl 2018 versprach Lissin dem Entwicklungsfonds des Verbands zehn Millionen Dollar. Volltreffer.

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