https://www.faz.net/-gtl-a916h

Nachfolger des Vaters : Lukaschenkas Sohn zum NOK-Präsidenten von Belarus gewählt

  • Aktualisiert am

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenka bei einer Militärparade Bild: dpa

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenka nutzt den Sport gerne zur Propaganda. Seit 1997 führte er das Nationale Olympische Komittee an. Nun macht er Platz – für den eigenen Sohn.

          1 Min.

          Der Sohn von Machthaber Alexander Lukaschenka ist neuer Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) von Belarus. Viktor Lukaschenka trat am Freitag die Nachfolge seines Vaters an, wie die Staatsagentur Belta meldete. Er wurde demnach bei einer Versammlung des Gremiums in der Hauptstadt Minsk gewählt. Alexander Lukaschenka hatte seit 1997 diesen Posten inne. Seit der weithin als gefälscht geltenden Präsidentenwahl vor mehr als einem halben Jahr und den Massenprotesten mit massiver Polizeigewalt übten immer wieder Sportler Kritik an dem Staatschef.

          Lukaschenka nannte diese Sportler Unterstützer der Opposition und beschimpfte sie als Landesverräter. „Eines sage ich: Mit Vaterlandsverrat wirst du nicht glücklich.“ Diese Sportler seien von den Sportschulen des Landes ausgebildet worden, belarussische Ärzte hätten sich kostenlos um sie gekümmert, und selbst nach einer Disqualifikation habe man sie nicht im Stich gelassen. Nun würden sie bei internationalen Organisationen um Sanktionen gegen die olympische Bewegung in Belarus „betteln“, meinte der 66-Jährige.

          Belarus war wegen der Lage im Land erst vor gut einem Monat die Eishockey-Weltmeisterschaft entzogen worden. Das Internationale Olympische Komitee hatte Lukaschenka zudem von allen olympischen Aktivitäten einschließlich der Sommerspiele in Tokio ausgeschlossen.

          Im Herbst hatten mehr als 1500 Sportler aus Belarus in einem offenen Brief faire Neuwahlen und ein Ende der Gewalt gegen friedliche Demonstranten gefordert. Lukaschenka hatte sich bei der Wahl mit 80,1 Prozent der Stimmen für eine sechste Amtszeit bestätigen lassen. Bei Protesten wurden mehr als 30.000 Menschen zeitweise festgenommen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Coinbase-Gründer Brian Armstrong in San Francisco im Jahr 2016

          Brian Armstrong : Der Mann hinter dem digitalen Goldrausch

          Keine 30 Jahre war Brian Armstrong alt, als er mit Coinbase ein Unternehmen gründete, das heute wertvoller als die New Yorker Börse ist. Er ähnelt den findigen Geschäftsleuten, die während des Goldrauschs im Wilden Westen Schaufeln und Spitzhacken verkauften.
          Quantencomputer von IBM

          Quantencomputer : Wunderwaffe für die deutsche Industrie?

          Eine Zukunftstechnologie, die von Google, IBM und Co. beherrscht wird, für den deutschen Mittelstand? Die Entwicklung beflügelt die Phantasie und könnte für manche Branchen ziemlich wichtig werden.
          Blick auf die Eliteuniversität Harvard in Cambridge, Massachusetts

          Exzellenzinitiative : Es gibt noch immer kein deutsches Harvard

          Die Exzellenzinitiative wollte deutsche Hochschulen in die Ranglisten internationaler Spitzenunis führen. Dieses Ziel wurde verfehlt – und doch der deutschen Forschung zu einer größeren Sichtbarkeit verholfen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.