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DOSB fordert Bewegung : Sport ins Grundgesetz?

DOSB fordert Förderung des Breitensports: Sport für alle sollte das Ziel sein Bild: Frank Röth

Der Dachverband des Sports verlangt eine Kurskorrektur der Sportförderung in Deutschland. Der Bund soll sich nicht nur mit Leistungssport befassen.

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          Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat einen Paradigmenwechsel der Bundesregierung gefordert. „Ein erfolgreicher Leistungssport darf nicht das alleinige Ziel der Bundespolitik und Sportförderung sein“, heißt es in einem Eckpunktepapier mit dem Titel „Sport bewegt Deutschland“, das der Dachverband am Dienstag veröffentlichte: „Auch der Breitensport muss die Aufmerksamkeit und die Ressource bekommen, die er aufgrund seiner herausragenden gesellschaftlichen Bedeutung verdient.“ Bislang sind dafür die Länder zuständig.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Der DOSB stellt seine auf 19 Seiten ausgeführten Ansprüche als Beitrag zum Entwicklungsplan Sport dar, den SPD, Grüne und FDP in ihrem Koalitionsvertrag versprochen haben. Die Regierung lasse die Absicht erkennen, heißt es in dem Papier, die gesamtgesellschaftliche Bedeutung von Sport und Bewegung anzuerkennen und die politische Verantwortung für den Sport in seiner ganzen Breite zu übernehmen. Dies wollte das bislang für den Spitzensport zuständige Innenministerium des Bundes nicht bestätigen. Auf Anfrage orakelte dessen Pressestelle, dass bis zum Ende der Legislaturperiode, also im Herbst 2025, ein echter Mehrwert an der Basis vor Ort geschaffen werden solle.

          Hinter den verschlossenen Türen des Sportausschusses des Deutschen Bundestages hatte im April die Vizepräsidentin des DOSB, Kerstin Holze, ausgesprochen, was ihr Verband von der Politik erwartet: ein Staatssekretariat für Sport im Kanzleramt analog dem für Kultur, einen zentralen Ansprechpartner für Breitensport, ein Referat Bewegungsförderung im Bundesgesundheitsministerium, einen Beauftragten für Sportentwicklung der Bundesregierung. Es gelte, wiederholt nun der DOSB, Sport als Querschnittsaufgabe zu verstehen und die Befassung damit etwa in Innen-, Bau-, Familien- und Gesundheitsministerium zumindest abzustimmen. Der DOSB wiederholte die Forderung, Bundeskanzler Olaf Scholz solle zu einem Bewegungsgipfel einladen.

          Der Sport stelle sich gesellschaftlichen Herausforderungen wie Pandemie, Krieg und Flucht, Klima- und demographischem Wandel. Er fördere Demokratiebildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Vor allem aber trage er zur Gesundheitsförderung bei. Der besondere Stellenwert des Sports müsse in der bundesweiten Sportpolitik seinen Ausdruck finden, verlangt der DOSB und formuliert eine weitere Forderung als Frage: „Was wäre es für ein starkes Zeichen, wenn Sport und Bewegung ebenso wie der Leistungssport durch den Bund in das Grundgesetz aufgenommen würden?“ Vor der Umsetzung solch großer Pläne soll der „Neustart“ des Vereinssports kommen, für den der Haushaltsausschuss 25 Millionen Euro bereitgestellt und bis zur Vorlage eines Konzeptes gesperrt hat.

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