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Sport in Zeiten von Corona : Smarte Lösungen sind gefragt

  • -Aktualisiert am

Kann durchaus mit Abstand gespielt werden: Golf. Bild: AFP

Rheinland-Pfalz erlaubt wieder einzelne Disziplinen. Ziehen andere Sportminister nach? Jeder Sport, der zumindest teilweise ausgeübt werden kann, wäre ein Gewinn für alle.

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          Vor ein paar Tagen im Weiltal, kurz hinter Winden. Da standen rechts auf der Wiese zwei Männer und schwangen die Schläger. Zwei Fragen schossen dem Radler durch den Kopf. Finden die zwei ihre Bälle wieder in dieser – für Golfer – eher ungepflegten Natur? Und warum dürfen die beiden eigentlich nicht auf ihrem gewohnten Platz abschlagen, wenn doch Heerscharen von Radrennfahrern sich, wie am Sonntagmorgen, von Oberursel aufmachen zum Feldberggipfel? Den Mindestabstand können beide einhalten. Golfer, weil in der Regel ohne röhrenden Gegenverkehr und hinterrücks heranfliegende Möchtegernrennfahrer unterwegs, sogar noch eher.

          Es ist dringend Zeit geworden, durchaus verständliche Vorgaben der Politik für die Sportfreunde zu prüfen. Sie bewegt sich zwar, wie zu hören ist, zwei Anordnungen der Behörden sollen auf den Weg: Sportabiturienten erhielten demnach in diesen Tagen freie Bahn für eine ordentliche Vorbereitung auf ihre Prüfungen, ebenso Kadersportler bis hinunter in die Nachwuchsklasse dieser Talente. Das erscheint vernünftig. Zumal die Landesregierung von Rheinland-Pfalz am Wochenende vorpreschte, neben Erleichterung für Profis auch dem sogenannten Jedermann „sportliche Betätigung alleine, zu zweit oder mit Personen des eigenen Hausstands im Freien“ von Montag an auf Sportanlagen erlaubte. Zum Beispiel Rudern, Tennis, Reiten – und Golf.

          Bevor nun der geneigte Sportsfreund nach Luft schnappt, weil er sich weiterhin ausgeschlossen sieht: Die Sportministerkonferenz an diesem Montag soll im Auftrag der Regierungen Vorschläge erarbeiten, unter welchen Bedingungen welche Sportstätten wieder geöffnet werden können. Da steckt die Chance zu einer grenzüberschreitenden Lösung drin. Die Frage ist aber, ob der Sport immer noch warten soll auf Verordnungen, die etwa Golfer mit Körperkontaktsportarten gleichsetzen, oder er nicht smarte Lösungen anbieten will.

          Er ist schnell, kompetent und clever genug, den Ministerien Hygienekonzepte vorzulegen, die realistisch sind. Dass nicht jeder Verband mit seinen Wünschen durchdringen würde, ergibt sich aus der Natur der unterschiedlichen Sportarten. Die kolportierte Furcht unter Verbands- und Sportpolitikern, aus der Eigeninitiative könne ein Streitszenario unter Sportskameraden entstehen, sollte kein Grund sein, Lösungsvorschläge erst gar nicht zu prüfen. Jeder Sport, der eine unbedenkliche Freigabe erhalten kann, und sei es nur teilweise, wäre ein Gewinn für alle.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

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