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Europaspiele in Minsk : Die Stänkerer und der Sambo

  • -Aktualisiert am

Kampf bei den Europaspielen: Stepan Maryanyan (rechts) aus Russland beim Ringen gegen Erik Torba aus Ungarn Bild: EPA

Der Staatschef spricht von einem wichtigen gesellschaftspolitischen Ereignis. Die Europaspiele gelten eigentlich als ein völlig überflüssiges Projekt – aber in Minsk steppt manchmal doch der Bär.

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          Umgeben von konzentrierter Stille, schnellt Uladsislau Hantscharou zum letzten Mal in atemraubende Höhe hoch, schraubt und dreht sich in einer halsbrecherischen Kombination – landet und wird auf dem Trampolin stehend von ohrenbetäubendem Jubel empfangen. „Belarus, Belarus“, schallt es von den Rängen. Aufatmen, denn Belarus’ einziger aktueller Olympiasieger hat auch hier die Gold-Medaille sicher und genau die Bilder geliefert, die man im offiziellen Minsk seit Wochen so sehr herbeigesehnt hatte. Volle Ränge in der modernsten Arena des Landes, die bei einem Fassungsvermögen von 15.000 Zuschauern eigentlich Heimstätte des KHL Eishockeyklubs Dynamo Minsk ist, aber auch schon Rammstein, Elton John oder Shakira empfangen hatte.

          Die Einheimischen stolz machen, die Fremden beeindrucken, die Sportenthusiasten auch ästhetisch ein bisschen umschmeicheln und einem Sport-Event auf die Beine helfen, das als Sorgenkind des Europäischen Olympischen Komitees (EOC) von vielen als überflüssiges Projekt betrachtet wird. Es war genau das, was Präsident (und nebenbei auch NOK-Chef) Aleksandr Lukaschenka vorgeschwebt haben musste, als er dem damaligen EOC-Chef Janez Kocijancic aus Slowenien Ende 2016 seine Bereitschaft versichert hatte, für die abgesprungenen Niederländer einzuspringen.

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