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Nach Forderung des IOC : Spanien geht auf Kosovos Sportler zu

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Künftig auch in Spanien gestattet: Die Flagge des Kosovo bei Sportveranstaltungen. Bild: Picture-Alliance

Spanien lenkt ein im Streit um die Anerkennung von Sportlern aus dem Kosovo: Künftig akzeptiert es Flaggen und Hymne des von der Politik nicht anerkannten Staates.

          Entspannung zwischen Spanien und dem Kosovo. Die spanische Regierung erlaubt Sportlern aus dem Kosovo, bei Wettbewerben mit der eigenen Flagge und der Nationalhymne anzutreten. Madrid ist das größte von insgesamt fünf EU-Mitgliedsländern, das die 2008 einseitig erklärte Unabhängigkeit der Balkan-Republik nicht anerkannt hat. Die spanische Zentralregierung kämpft im eigenen Land gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen in Katalonien sowie im Baskenland und will deshalb jeden Präzedenzfall vermeiden. Katalanische Separatisten hatten für die Lösung des Konflikts immer wieder als Beispiel das Kosovo ins Spiel gebracht.

          Noch am vergangenen Wochenende durften die kosovarischen Athleten bei der Karate-Weltmeisterschaft nicht einmal den Namen ihres Herkunftslandes auf ihrer Kleidung kenntlich machen. Sie wurden nur als Sportler des Weltverbandes angekündigt. Bei den Mittelmeerspielen in diesem Sommer in Tarragona durften die kosovarischen Teilnehmer nicht mit ihrer Fahne ins Stadion einziehen und brauchten ein besonderes Visum. Angesichts dieser Schwierigkeiten hatte das Internationale Olympische Komitee den Druck auf Spanien erhöht und empfohlen, dort keine Wettbewerbe mehr zu veranstalten, solange diese diplomatische Diskriminierung andauere. Das IOC zeigte sich über den spanischen Kurswechsel nun „zufrieden und erleichtert“. Aus dem Außenministerium hieß es, dass man den Sportlern entgegenkomme, aber deshalb nicht die eigene Position korrigiere.

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