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College-Sport in Amerika : Das zwielichtige Geschäft mit dem Nachwuchs

  • -Aktualisiert am

Rudy Meredith, Cheftrainer der Frauen-Fußballmannschaft in Yale, sackte über eine Millionen Dollar an Bestechungsgeldern ein. Bild: AP

An amerikanischen Elite-Colleges werden immer wieder Sportstipendien verkauft. Die Machenschaften mit Bestechungsgeldern, Prostituierten und mafiaartiger Erpressung kommen nur selten ans Licht. Manchmal aber doch.

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          Wer als junger Amerikaner nach dem Fahrstuhl zum Penthouse der Gesellschaft sucht, kommt schon früh an einem Gedanken nicht vorbei. Wer etwas auf dem Kasten hat und eine der Eliteuniversitäten besuchen möchte, muss nicht nur an seinem Notenschnitt arbeiten, sondern ebenso an einer ganzen Liste an Persönlichkeitsmerkmalen. Prestigeträchtige Bildungseinrichtungen wie Harvard oder Yale analysieren intensiv alle Qualitäten eines Teenagers. Auch solche, die man sich nicht aus Büchern anlesen kann. Die strenge Auslese sorgt dafür, dass solche Hochschulen wie Teilchenbeschleuniger wirken. Aus Studenten werden später Spitzenpolitiker und Top-Juristen, Oscar-Preisträger und Begründer von Medienunternehmen.

          Die Auslese hatte allerdings schon immer große Löcher. Denn privat finanzierte Universitäten akzeptieren aus Tradition auch Aspiranten mit durchschnittlichen Noten. Es kommt nur auf den Stammbaum an. Kinder von Eltern, die selbst einst dort immatrikuliert waren, bekommen einen automatischen Bonus. Andere helfen ihren Zöglingen mit riesigen Spenden nach. Etwa so wie Charles Kushner, Vater von Jared Kushner, inzwischen Schwiegersohn und Politischer Berater von Donald Trump, den Weg nach Harvard mit einem Geldgeschenk über 2,5 Millionen Dollar ebnete.

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