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Trotz Fifa-Sperre : Blatter als Putins Ehrengast

  • -Aktualisiert am

Joseph Blatter Bild: AP

Joseph Blatter will bei der Fußball-WM 2018 in Russland als Ehrengast Wladimir Putins erscheinen. Dass er damit die Vorgaben seiner Fifa-Sperre missachtet, kümmert den Schweizer herzlich wenig.

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          Joseph Blatter hat nicht vor, den Vorgaben seiner Sperre in allen Punkten zu folgen. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland will der ehemalige Präsident des Fußball-Weltverbandes (Fifa) als Wladimir Putins Ehrengast erscheinen. „Wenn ich eingeladen werde, pflege ich die Einladungen auch anzunehmen“, sagte Blatter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. In dieser Woche hat der Schweizer in einem Brief an den russischen Staatspräsidenten eine Einladung angenommen, deren Existenz bereits Anfang Februar bekannt geworden war.

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          Die Fifa hat Blatter mit einem sechsjährigen Bann belegt, der ihm jede mit dem Fußball verbundene Tätigkeit verbietet. Darunter fällt auch das Auftreten als Ehrengast im Zusammenhang mit seiner ehemaligen Präsidentschaft. Fußballspiele darf Blatter in dieser Zeit nur als zahlender Zuschauer besuchen. Für Blatter, der am 10. März 80 Jahre alt wurde, gibt es offenbar nur eine Einschränkung: „Ich bin kein Prophet und weiß nicht, wie die Welt 2018 aussehen wird.“ Sollte Blatter wirklich bei der WM 2018 auf der Ehrentribüne erscheinen, so müsste sich die Disziplinarkommission der Fifa mit dem Fall befassen.

          Blatters Sperre war wegen einer dubiosen Zahlung in Höhe von 1,8 Millionen Euro ausgesprochen worden, die der Franzose Michel Platini im Jahr 2011 erhielt, angeblich für eine lange zurückliegende Beratertätigkeit. Gegen seine Suspendierung, die im Februar auf sechs Jahre reduziert worden war, hat Blatter vor einer Woche beim Internationalen Sportgerichtshof (Cas) Einspruch eingelegt. Sein Vorhaben, die WM 2018 zu besuchen, gelte aber unabhängig vom Ausgang dieses Verfahrens, ließ er wissen.

          Seit seiner ersten vorläufigen Suspendierung im Oktober 2015 hat Blatter kein Stadion mehr betreten. Auch sein Büro in der Fifa-Zentrale in Zürich durfte er nicht mehr aufsuchen, seine persönlichen Gegenstände wurden ihm in Kisten zugeschickt.

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