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Schwimm-Bundestrainer Lambertz : „Es war wirklich extrem schwach“

Henning Lambertz: „Ich verstehe Kollegen nicht, die das in Zweifel ziehen.“ Bild: dpa

Raus aus der Komfortzone: Bundestrainer Lambertz fordert mehr Power von den Schwimmern – insbesondere bei der Deutschen Meisterschaft. Auch die schwere Kritik an seinen Reformen weist er zurück.

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          Chef-Bundestrainer Henning Lambertz ist der deutlichen Kritik an den von ihm vorangetriebenen Reformen im Deutschen Schwimm-Verband (DSV) entgegengetreten. Die schweren Vorwürfe des vom DSV seit Jahresbeginn nicht mehr weiterbeschäftigten Trainers Frank Embacher, der bis zu den Olympischen Spielen von Rio de Janeiro im vergangenen Sommer den anschließend zurückgetretenen früheren Freistil-Weltmeister Paul Biedermann trainierte, wies Lambertz zurück.

          Aus der Analyse des erfolglosen Abschneidens bei Olympia 2016 haben sich drei wesentliche Veränderungen ergeben. Künftig müssen sich deutsche Schwimmer an härteren Normen messen, ihr Krafttraining maßgeblich verändern und, von einigen prominenten Ausnahmen abgesehen, an einem der künftig fünf Bundesstützpunkte für Beckenschwimmer trainieren. Embacher hatte sowohl die Zentralisierung als auch das Kraftkonzept kritisiert. In der von Lambertz formulierten Aufforderung, die Schwimmer müssten „raus aus der Komfortzone“, stecke der Vorwurf, die Schwimmer seien faul – das sei „einfach unterste Kategorie“, hatte Embacher gesagt.

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          Lambertz erwidert nun, vor den an diesem Donnerstag beginnenden deutschen Meisterschaften der Schwimmer in Berlin, es gehe ihm um den Nachwuchs und die Schwimmer, die zuletzt in der internationalen Spitzenklasse nicht konkurrenzfähig waren. Der Darmstädter Marco Koch, Weltmeister über 200 Meter Brust, zum Beispiel und die Münchner Florian Vogel und Alexandra Wenk hätten nachgewiesen, dass sie mit ihren Heimtrainern zu Spitzenleistungen fähig seien. Andere, wie Vanessa Grimberg, deren Stelle als Sportsoldatin der Bundeswehr zum 1. Juli gestrichen wurde, weil sie nicht bereit war, aus Stuttgart an einen Bundesstützpunkt zu wechseln, hätten sich in den vergangenen Jahren zu wenig verbessert, zu große Rückstände auf internationales Spitzenniveau.

          „Ein einzelner Schwimmer wird es schwer haben, sich mit dem Heimtrainer in die Weltspitze weiterzuentwickeln“, sagt Lambertz. Grimberg fehlten über 200 Meter Brust rund zweieinhalb Sekunden. Wer dennoch in der „Wohlfühlzone“ in der gewohnten Umgebung bleiben wolle, dürfe das. „Ich sage ja nicht: Man kann sich so nicht für eine EM oder WM qualifizieren. Aber es wird zu akzeptieren sein, dass Sportler, die ihren eigenen Weg gehen wollen, vom DSV weniger Unterstützung erfahren als diejenigen, die den Weg des DSV mitgehen.“

          Lambertz sagt, er wisse die vergangenen Herbst ins Amt gewählte DSV-Präsidentin Gaby Dürries hinter sich. „Sie vertraut mir und meinem Team im sportfachlichen Bereich zu 100 Prozent. Abgerechnet wird in dreieinhalb Jahren 2020.“ Lambertz ist seit 1. Januar 2013 Chef-Bundestrainer des DSV, bei den kommenden Olympischen Spielen in Tokio sind Medaillen für eine Weiterbeschäftigung in dieser Position vermutlich unverzichtbar. Bis dahin sei es für die Arbeit mit den Schwimmern von Vorteil, sagt Lambertz, dass er über seine Richtlinienkompetenz den Trainern an den Bundesstützpunkten einen „Trainingsrahmen“ aufzeigen könne.

          Embachers Kritik, dadurch würden die Trainer zu „Uhrenhaltern“ degradiert, kann Lambertz nicht nachvollziehen. Er habe als Chef-Bundestrainer nie einen einzigen individuellen Trainingsplan vorgegeben. Auch Kritik an mangelnder Kommunikationsbereitschaft versteht Lambertz nicht. „Das hat mich getroffen. Noch nie hat ein Bundestrainer so viele Meetings mit diversen Partnern zur offenen Kommunikation einberufen, an so vielen Fachausschusssitzungen teilgenommen und so viele Erklärungen zum Verbandsvorgehen abgegeben. Mehr geht nicht.“

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