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Sport in Saudi-Arabien : Der heikle Auftritt im Königreich

Zu Gast in Saudi-Arabien: Auch Cristiano Ronaldo (links) und Juventus Turin waren schon da. Bild: Picture-Alliance

Saudi-Arabien und der autoritäre Thronfolger wollen mit dem Sport ihr Image aufpolieren und der harten Kritik etwas entgegensetzen. Auch der THW Kiel reiste nun an den Golf zum Spielen – und Kassieren.

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          Die Bundesliga-Saison hat gerade begonnen, da wurde es Zeit für einen Abstecher an den Persischen Golf. Der THW Kiel spielt bei der „Super Globe“ genannten Klub-Weltmeisterschaft des Internationalen Handballverbandes (IHF) in Dammam, Saudi-Arabien, um 400.000 Dollar. Die gibt es für den Turniersieger, 250.000 Dollar für den Endspielverlierer, 150.000 Dollar für den Turnierdritten. Angesichts der überschaubaren Qualität der nicht-europäischen Mannschaften stellt sich sportlich nur die Frage, welcher der drei europäischen Klubs Kiel, Skopje und Barcelona wie viel Geld vom Ausflug ins wahhabitische Königreich mit nach Hause bringt.

          Christoph Ehrhardt
          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Doch der Auftritt ist heikel. Der Mord an Dschamal Khashoggi, einem bekannten Kritiker des saudischen Kronzprinzen Muhammad bin Salman, wirkt nach. Khashoggi wurde im Oktober vergangenen Jahres im saudischen Generalkonsulat in Istanbul umgebracht; der Leichnam, der mit einer Knochensäge zerteilt wurde, ist noch immer verschwunden. Die saudische Führung versucht seither so verzweifelt wie erfolglos, den Imageschaden zu reparieren.

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