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Saudi-Arabien : Verhülltes Olympia

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Macht kaum Zugeständnisse: der saudische Sportminister Prinz Nawaf bin Faisal Bild: AFP

Nur verhüllt geht es nach London. Saudi-Arabien knüpft seine Bereitschaft, erstmals Frauen zu Olympia zu schicken, an Bedingungen. Sportminister Prinz Nawaf bin Faisal lässt zudem nichts unversucht, die angebliche Wettbewerbsuntauglichkeit saudischer Sportlerinnen zu betonen.

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          Das Königreich Saudi-Arabien stellt Bedingungen für die Teilnahme saudischer Sportlerinnen an den Olympischen Sommerspielen in London. Der Sportminister und Vorsitzende des Nationalen Olympischen Komitees, Prinz Nawaf bin Faisal, sagte dem Nachrichtenportal der Zeitung „Al-Dschasira“ an diesem Montag, Sportlerinnen, die an der Olympiade oder anderen internationalen Wettbewerben teilnehmen würden, müssten sich „gemäß den islamischen Vorschriften kleiden“.

          Außerdem dürften sie während des sportlichen Wettbewerbs keinen Kontakt mit Männern haben. Der Prinz wies zudem darauf hin, „dass die Sportverbände von Saudi-Arabien keinerlei Frauensport-Aktivitäten haben“. Das Internationale Olympische Komitees (IOC) war von mehreren Seiten gedrängt worden, Saudi-Arabien von den Olympischen Spielen, die am 27. Juli in London beginnen, auszuschließen, falls Riad ein rein männliches Team schicken sollte. Inzwischen ist das IOC jedoch zuversichtlich, dass in London erstmals alle Länder mit Frauen im Team antreten werden.

          Dies wäre zumindest ein kleiner Fortschritt für saudische Frauen auf einem bis dato aussichtslos erscheinenden Weg zu mehr Emanzipation: Sie müssen in Saudi-Arabien in der Öffentlichkeit bodenlange schwarze Gewänder und Kopftücher tragen. Private oder berufliche Kontakte zwischen Männern und Frauen, die nicht miteinander verheiratet oder eng verwandt sind, verbietet das Gesetz.

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