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Saudi-Arabien : Keine Frau zu Olympia

Die olympischen Charta schreibt die Gleichheit der Geschlechter fest - doch Saudi-Arabien will keine Frau entsenden Bild: dpa

Erstmals sollte 2012 auch Saudi-Arabien Frauen zu Olympia entsenden. Die Verantwortlichen führten Gespräche, um Details zu klären. Doch nun brüskiert IOC-Mitglied Bin Faisal Präsident Rogge.

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          Das Internationale Olympische Komitee (IOC) ist vom Königreich Saudi-Arabien schwer brüskiert worden. Auf einer Pressekonferenz in Dschidda hat laut Medienberichten vom Donnerstag Prinz Nawaf Bin Faisal erklärt, dass das von ihm angeführte Nationale Olympische Komitee (NOK) nicht die Absicht habe, eine Frau zu den Olympischen Spielen nach London zu entsenden.

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          „Wir billigen im Moment die Teilnahme von saudischen Frauen an Olympischen Spielen oder internationalen Meisterschaften nicht“, erklärte er. Die Regierung habe keine Pläne, Frauen bei einem solchen Vorhaben zu unterstützen. Immerhin, so Bin Faisal weiter, könnten saudi-arabische Frauen auf eigene Initiative an Olympischen Spielen teilnehmen.

          Die einzige Hilfe des NOK werde in einem solchen Fall allerdings darin bestehen, „sicherzustellen, dass ihre Teilnahme nicht das islamische Gesetz der Scharia verletzt“. Dabei dürfte es um Verhüllungszwang und die Vorschrift gehen, dass eine saudi-arabische Frau stets von einem männlichen Verwandten begleitet werden muss.

          Damit fällt der hohe Sportfunktionär und saudi-arabische Sportminister IOC-Präsident Jacques Rogge in den Rücken, der sich immer wieder auf die in der olympischen Charta festgeschriebene Gleichheit der Geschlechter bezieht. Bei mehreren Gelegenheiten hatte der Präsident jüngst erklärt, er sei optimistisch, dass im Sommer in London keine Nation mehr mit einem rein männlichen Team antreten werde.

          Dalma Rushdi Malhas wäre in London überfordert

          Qatar und Brunei, die beiden anderen Nationen, die noch nie eine Frau zu Olympia geschickt haben, sind offenbar bereit, diesmal Athletinnen zu nominieren. In Bezug auf Saudi-Arabien hatte es beim IOC geheißen, es würden Gespräche geführt, um Details zu klären, vor allem gehe es um den Qualifikationsstand und das Leistungsniveau von Athletinnen.

          Immer wieder war von der zwanzigjährigen Springreiterin Dalma Rushdi Malhas die Rede, die vor zwei Jahren bei den Olympischen Jugendspielen die Bronzemedaille gewonnen hatte, in London aber aufgrund ihres Leistungsstandes überfordert wäre. Die in Ohio geborene und im Ausland lebende Studentin war dort auf Einladung des IOC gestartet, ohne von ihrem NOK entsandt worden zu sein.

          Erste Stimmen fordern einen Olympia-Ausschluss

          Ein ähnliches Vorgehen entspräche aber nicht den Regeln für Olympia: „Die Nationalen Olympischen Komitees entsenden die Athleten“, hieß es am Donnerstag beim IOC. Das Hauptziel der NOK sei es, eine Delegation zusammenzustellen und zu den Spielen zu schicken.

          Mit der Weigerung von IOC-Mitglied Prinz Nawal Bin Faisal brüskiert dieser Präsident Jacques Rogge (Foto)

          Prinz Nawaf Bin Faisal müsste das eigentlich wissen. Er ist selbst Mitglied des IOC und deshalb auch dessen Grundgesetz, der Charta, verpflichtet. Als Präsident des saudi-arabischen Reiterverbandes würde der Prinz die Nominierung einer „Alibifrau“ zu Pferde auch deshalb nicht wünschen, weil die saudi-arabischen Springreiter in London eine Medaillenchance haben.

          Inzwischen sind erste Stimmen laut geworden, die einen Ausschluss Saudi-Arabiens von Olympia fordern. Bereits im Februar hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch dies unter Hinweis auf die olympische Charta getan.

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