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Sanktionen gegen NOK Belarus : Der Pate soll büßen

Zwei Lukaschenkos nebeneinander: Viktor (r.) führt das NOK von Belarus. Bild: dpa

Die amerikanische Regierung geht mit Sanktionen gegen den belarussischen Sport vor. Laut dem Finanzministerium könne Machthaber Lukaschenko über das NOK Geld waschen und andere Sanktionen umgehen.

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          Die Regierung der Vereinigten Staaten hat, neben weiteren Firmen und Einzelpersonen, auch das belarussische olympische Komitee mit Sanktionen belegt, um dessen finanzielle Spielräume zu kappen. Wie das Finanzministerium in Washington am Montag mitteilte, wurde zudem der frühere Kickboxer Dmitri Schakuta wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung am Überfall auf den Oppositionellen Roman Bondarenko am 11. November 2020 in Minsk sanktioniert, ebenso das von Schakuta geführte Gym Shock in Minsk.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Der amerikanische Präsident Joe Biden sagte am Montag, dem Jahrestag der Präsidentschaftswahlen in Belarus 2020, die in die brutale Unterdrückung der Demokratiebewegung mündeten, das Handeln des Regimes von Alexandr Lukaschenko sei „ein unrechtmäßiger Versuch, sich um jeden Preis an der Macht zu halten. Heute vor einem Jahr hat die belarussische Bevölkerung versucht, sich Gehör zu verschaffen und ihre eigene Zukunft durch den grundlegendsten Ausdruck der Demokratie – eine Wahl – zu gestalten“.

          Wie das Finanzministerium in Bezug auf die Sanktionen gegen das NOK mitteilte, dessen Führung Lukaschenko seinem Sohn Viktor übertragen hat, sei davon auszugehen, dass es dem Machthaber zur Umgehung von Sanktionen und zur Geldwäsche diene. „Lukaschenko sieht sich als Sportler und als Pate des Sports, der internationale Wettkämpfe als Prestigegewinn für sein Regime nutzt und potentiell auch als Vehikel für Finanzstraftaten“, führte das Ministerium aus.

          Das Internationale Olympische Komitee (IOC), das die Lukaschenkos von allen olympischen Aktivitäten ausgeschlossen hat und die Amtsübergabe an Viktor Lukaschenko als NOK-Chef nicht anerkennt, hatte die finanzielle Unterstützung der Organisation nach anhaltenden Protesten von Sportlern, die sich der Opposition angeschlossen hatten, eingestellt. Ein abschließendes Ergebnis der Untersuchung des IOC gegen das NOK wegen der Rolle im Umgang mit der inzwischen nach Polen ausgereisten Sprinterin Kristina Timanowskaja, die dem NOK einen Kidnapping-Versuch auf Anweisung der belarussischen Regierung vorwirft, steht weiterhin aus.

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